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Verdi kündigt Warnstreiks für öffentlichen Dienst an : „Ehrensold für Krankenschwestern“

  • -Aktualisiert am

„Ehrensold für die Krankenschwestern, Ehrensold für die Müllwerker! Das ist die Losung, die jetzt in den Tarifverhandlungen ansteht“ Bild: dpa

Der zurückgetretene Bundespräsident Wulff bekommt einen Ehrensold von 199.000 Euro im Jahr. Verdi nutzt die „Sofortrente“, um die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst anzustacheln. Die Leute hätten nach dem Reallohnverlust „die Nase voll“. Die Gewerkschaft hat Warnstreiks angekündigt.

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          Der Ehrensold für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff stachelt die Gewerkschaft Verdi in der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen zusätzlich an. „Da geht jemand nach 20 Monaten mit einer Sofortrente von 199 000 Euro in den Ruhestand“, empörte sich Verdi-Chef Frank Bsirske am Donnerstag. „Ehrensold für die Krankenschwestern, Ehrensold für die Müllwerker! Das ist die Losung, die jetzt in den Tarifverhandlungen ansteht“, sagte Bsirske in der ARD. Nach Jahren des Reallohnverlusts hätten die Leute „die Nase voll“.

          Am Donnerstag blieb die erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis, Bsirske kündigte daraufhin für die nächste Woche Warnstreiks an. Zuvor hatte die Gewerkschaft Forderung nach 6,5 Prozent Entgeltplus für ein Jahr bekräftigt; mindestens aber müssten die Gehälter um 200 Euro steigen. Verdi verweist stets darauf, dass die Entgeltsteigerungen im öffentlichen Dienst hinter denen der Privatwirtschaft herhinkten. Gleichzeitig habe der öffentliche Dienst ein Fachkräfteproblem; schon jetzt müssten Spezialisten wie etwa Informatiker mit Prämien gelockt werden.

          Tariferhöhungen einzelner Branchen im Vergleich: Diese F.A.Z.-Grafik zeigt die Veränderung von 2000 bis 2011 in Prozent

          Dass Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst sicherer seien, lassen die Gewerkschaften als Gegenargument nicht gelten. Auch in Behörden und kommunalen Betrieben gebe es mehr befristete Stellen; viele Jobs seien ganz eingespart worden.

          Der Verhandlungsführer der Kommunen, Thomas Böhle, warf den Gewerkschaften dagegen fehlendes Augenmaß vor. Die geforderten Gehaltssteigerungen würden die Kommunen 6 Milliarden Euro im Jahr kosten und hätten unweigerlich Leistungskürzungen für die Bürger sowie den Abbau von Personal und Ausbildungsplätzen zur Folge. Besonders kritisch sehen die Arbeitgeber die Mindestforderung von 200 Euro. In niedrigeren Entgeltgruppen entspreche das einem Plus von 7,2 bis 13,8 Prozent. Auch sehen die Arbeitgeber keinen Nachholbedarf. Seit 2005 seien allein die Tabellenentgelte um 10,2 Prozent gestiegen. Hinzu kämen ein Plus bei der leistungsorientierten Bezahlung sowie Einmalzahlungen, rechnen die Kommunen vor.

          Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff bekommt 199.000 Euro im Jahr als Ehrensold

          Die Statistiken der Gewerkschaften zum schlechten Abschneiden des öffentlichen Dienstes halten die Arbeitgeber für verzerrend. Vergleiche man stattdessen die Löhne der Staatsdiener mit den Bruttolöhnen insgesamt – also auch mit denen der nicht tarifgebundenen Arbeitnehmer – seien die Steigerungen im öffentlichen Dienst sogar höher. Insgesamt liegen die Gehälter im öffentlichen Dienst zwischen 1449 Euro und 5509 Euro; für Erzieherinnen, Pfleger und Müllarbeiter und im Nahverkehr gelten eigene Gehaltstabellen.

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