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Verdacht auf Insiderhandel : Razzia bei Norwegens größter Bank

  • Aktualisiert am

Ministerpräsident Jens Stoltenberg galt zeitweise als mögliche Quelle für Vorabinformationen Bild: AFP

Die norwegische Wirtschaftspolizei hat Räume der größten Bank des Landes durchsucht. Es besteht der Verdacht auf Insiderhandel kurz vor Bekanntgabe eines staatlichen Rettungspakets. Das Institut hatte kurz zuvor Staatsobligationen verkauft, deren Kurs nach der Bekanntgabe massiv fiel.

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          Bei der größten Bank Norwegens gibt es den Verdacht des Insiderhandels kurz vor Bekanntgabe eines staatlichen Rettungspakets. Die norwegische Wirtschaftspolizei führte deshalb am Donnerstag eine Razzia in der Bank DnB NOR durch.

          Das Institut hatte zwei Tage vor Veröffentlichung des Regierungs-Pakets für 2,3 Milliarden Kronen (250 Mio Euro) Staatsobligationen verkauft, deren Kurs nach der Bekanntgabe massiv fiel. Unter anderem die Kreditaufsicht in Oslo hatte deshalb Anzeige gegen die Bank und zwei leitende Mitarbeiter erstattet.

          Verdacht: ein Leck in der Nationalbank

          Als politisch brisant gilt die Affäre in Oslo vor allem, weil Ministerpräsident Jens Stoltenberg und dessen Kanzlei zeitweise als mögliche Quelle für Vorabinformationen an die mehrheitlich staatliche Bank galten. Der sozialdemokratische Regierungschef gilt als guter Bekannter des ebenfalls politisch in der Arbeiterpartei beheimateten DnB-NOR-Chefs Rune Bjerke. Gegen beide werde aber nicht ermittelt, hieß es in Oslo.

          Der Verdacht der Wirtschaftsfahnder richtet sich jetzt gegen ein Leck in der Nationalbank. Stoltenberg nannte die Aufnahme umfassender Ermittlungen „in dieser sehr ernsten Angelegenheit gut und richtig“. Seine Regierung hatte 350 Milliarden Kronen zur Absicherung gefährdeter Banken bereitgestellt.

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