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Was wäre wenn : Das Leben mit einem Präsidenten Trump

Donald Trump im Oval Office am Freitag, den 20. Januar 2017, dem Tag der Amtseinführung. Auf dem Sideboard stehen bereits die Fotos seiner Lieben. (Montage F.A.S.) Bild: Montage F.A.S., Fotos Pete Souza, Tom Williams/CQ Roll Call, dpa, Getty, Picture-Alliance

Bei Donald Trump wird stets so heiß gegessen wie gekocht: Wie sieht die Welt aus, wenn er die Wahl gewinnt?

          5 Min.

          Die feierliche Vereidigung zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten am Freitag, dem 20. Januar 2017, war für Donald Trump ein großartiges Ereignis. Doch nun beginnt am Montag sein erster Arbeitstag im Oval Office. Es gibt viel zu tun, denn er muss liefern, das hatte er seinen Wählern schließlich versprochen. Alles, was nun folgt, ist reine Erfindung, das amerikanische Volk wählt erst an diesem Dienstag seinen Präsidenten. Doch nichts von alledem ist aus der Luft gegriffen. Trump hat die Politik, die hier beschrieben wird, genauso im Wahlkampf angekündigt. Wir haben ihn nur beim Wort genommen.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Dass Trump kein Mann der hohlen Versprechung ist, wird der Welt schon gleich am Montag klar, als er zu seinem ersten Schlag ausholt. Er gilt Nafta, dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko. Oder wie Trump es formuliert: dem schlechtesten Handelsabkommen, das je unterzeichnet wurde. Der Präsident erklärt offiziell, er werde mit sofortiger Wirkung von der im Nafta-Vertrag vorgesehenen einseitigen Kündigungsmöglichkeit Gebrauch machen. Die Kündigung tritt sechs Monate nach der schriftlichen Erklärung in Kraft. Trump fordert die Regierungschefs von Kanada und Mexiko gleichzeitig dazu auf, das halbe Jahr für die Verhandlung eines neuen Handelsvertrages zu nutzen. Sollte man sich nicht einigen, müsse Mexiko mit Strafzöllen in Höhe von 35 Prozent rechnen. Mexiko und Kanada weisen das Ansinnen brüsk zurück.

          Vor allem die Aktienkurse von Unternehmen, die mit Mexiko produktionstechnisch eng verbunden sind durch „Just in Time“-Lieferketten, gehen in den Keller. Die Autoindustrie trifft es besonders hart. Es kommt aber noch schlimmer: Die Währungen von Mexiko, Kanada, aber auch von Südkorea und anderen Partnern von Freihandelsverträgen mit Amerika brechen ein, womit sich die relative Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Exportwirtschaft zusätzlich verschlechtert. Importeure mexikanischer Güter überziehen die amerikanische Regierung mit einer Klagewelle, sehen sie doch ihre wirtschaftliche Existenz gefährdet.

          Donald Trump dagegen sieht sich durch die dramatischen Kursverluste in seiner in der Wahlkampagne wieder und wieder geäußerten Analyse bestätigt, dass die amerikanische Zentralbank durch ihre ultralockere Geldpolitik Vermögensblasen zugelassen habe und seine Wirtschaftspolitik nun die nötige Korrektur einleite. Er wiederholt seinen Satz aus dem Wahlkampf: „Janet Yellen muss sich schämen.“ Die Finanzmärkte zittern kurz. Trumps Anhänger jubeln.

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          In der allgemeinen Aufregung geht eine andere Entscheidung fast unter: In einer spröden Mitteilung erklärt das Weiße Haus China zum Währungsmanipulator. Zugleich werden Strafzölle in Höhe von 45 Prozent auf alle Importe aus China verhängt, verbunden mit der Aufforderung an Peking, sich unverzüglich zu Verhandlungen bereit zu finden. China kontert seinerseits mit Strafzöllen und limitiert die Ausfuhr bestimmter seltener Erden, die für den Bau von Handys, Elektroautos, Batterien und vielen Rüstungsgütern unabdingbar sind. Deren Export hatte China auf Drängen den Vereinigten Staaten erst 2015 freigegeben.

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