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Amerikas Firmen in Deutschland : „Die Maxime muss lauten: Mehr Zusammenarbeit!“

Bernhard Mattes ist Präsident der American Chamber of Commerce. Bild: dpa

Vertreter amerikanischer Unternehmen in Deutschland fordern den neuen Präsidenten zu einer offenen Wirtschaftspolitik auf. Der Botschafter sagt, was das Problem der Globalisierung ist.

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          Einen Tag nach der Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten haben Vertreter aus Wirtschaft und Politik gefordert, die Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland weiter zu stärken. „Die transatlantische Zusammenarbeit ist in den vergangenen 70 Jahren bedeutend und in vielen Momenten auch wegweisend gewesen“, erinnerte John B. Emerson, amerikanischer Botschafter in Deutschland, im Rahmen der Transatlantischen Wirtschaftskonferenz in Frankfurt. Eine starke Partnerschaft sei die Grundlage für Sicherheit und Wohlstand in Europa und Amerika.

          Maja Brankovic

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

          Martin Gropp

          Auch der Handel spiele dabei eine Rolle, sagte Emerson: Jeden Tag tauschten die Vereinigten Staaten und die EU Waren im Wert von 3 Milliarden Dollar aus. 13 Millionen Stellen hingen daran. „Dennoch erkennen viele Menschen die Vorteile des Handels nicht.“

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          Viele Familien hätten die regional begrenzten Kosten der Globalisierung gespürt, ohne zwingend die Vorteile des Handels gesehen zu haben. „Die Globalisierung hat die Ungleichheit erhöht.“ Der Erfolg der neuen amerikanischen Regierung hängt für den Botschafter davon ab, ob sie in der Lage ist, das Vertrauen in die heimische und die globale Wirtschaft wiederaufzubauen.

          Bernhard Mattes, Präsident der American Chamber of Commerce (AmCham), plädierte für einen noch engeren Schulterschluss zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland. „Die Maxime muss lauten: mehr Zusammenarbeit und nicht weniger“, sagte Mattes in Frankfurt. Die neue Regierung unter Präsident Donald Trump habe nun die Aufgabe, die Wählergruppen zu einen und die Vereinigten Staaten zu stärken – „nach innen sowie nach außen“.

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          Wünschenswert sei eine politische Führung, die den Wirtschaftsaufschwung fördert und auch die transatlantische Zusammenarbeit stärkt, sagte Mattes. Themen wie ein transatlantischer Datenschutz und ein Freihandelsabkommen müssten auch unter Trump weiter verhandelt werden.

          Die Zeichen beider Länder für die Zukunft stünden gut: „Deutschland und die vereinigten Staaten sind zwei starke Ökonomien im Bereich von Smart Services und Industrie 4.0.“ Als Vorreiter könnten sie gemeinsam gestalten und damit ein klares Zeichen in der Weltwirtschaft setzen.

          Martin Richenhagen, Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Landmaschinenherstellers Agco, sieht in der neuen Regierung konkrete binnenwirtschaftliche Chancen. „Wenn Trump seine Pläne wie eine Steuerreform oder auch Infrastrukturinvestitionen umsetzen kann, wäre das ein Turbo, um die amerikanische Wirtschaft anzukurbeln“, sagte Richenhagen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Der 63 Jahre alte Manager lebt seit 12 Jahren in den Vereinigten Staaten und besitzt die doppelte Staatsbürgerschaft. Er sei „moderat optimistisch“, was den künftigen Präsidenten betreffe. „Seine Präsidentschaft hat Chancen aber auch Risiken.“ Wie sie sich entwickele, hänge entscheidend davon ab, wie sein Kabinett aussehe. „Wenn er mit unfähigen Beratern arbeitet, wäre das eine Katastrophe“, sagte Richenhagen. Er traue Trump aber zu, seine wirtschaftspolitischen Ziele wahrzumachen. „Er will jetzt liefern.“

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