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Unter dem EU-Durchschnitt : In Deutschland ist jeder achte von Armut bedroht

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Rund jeder achte Deutsche ist armutsgefährdet. Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag vorgestellt hat. Allerdings liegt mit 13 Prozent das Armutsrisiko hierzulande unter dem Durchschnittswert der Europäischen Union.

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          Rund jeder achte Deutsche ist armutsgefährdet. Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag vorgestellt hat. Mit 13 Prozent liegt das Armutsrisiko hierzulande allerdings unter dem Durchschnittswert der Europäischen Union (EU). In der gesamten EU sind 16 Prozent von Armut bedroht, also etwa jeder sechste Bürger.

          Als von Armut bedroht gelten Menschen, die 60 Prozent oder weniger des mittleren Einkommens im jeweiligen Land zur Verfügung haben. Dabei wird nicht der Mittelwert aller Einkommen herangezogen, sondern der deutlich niedriger liegende Median, der die gesamte Bevölkerung genau in der Mitte in zwei gleich große Gruppen teilt. Nach einer europaweit einheitlichen Definition werden zudem die familiäre Situation der Menschen berücksichtigt und Einspareffekte beim Zusammenleben zum Beispiel von Familien berücksichtigt.

          9370 Euro sind in Deutschland die Untergrenze für Singles

          Ein allein lebender Mensch gilt in Deutschland bei einem Jahresnettoeinkommen inklusive aller Sozialtransfers von 9370 Euro als von Armut bedroht. In Luxemburg ist der Schwellenwert mit 17.808 Euro fast doppelt so hoch. In Litauen und Lettland ist hingegen ein Mensch mit mehr als 1520 Euro Jahreseinkommen schon nicht mehr arm. Für die Untersuchung wurden europaweit 200.000 private Haushalte befragt, davon rund 13.800 in Deutschland.

          Besonders gefährdet sind EU-weit Arbeitslose, wobei auch Deutschland keine Ausnahme macht. 95 Prozent aller Jobinhaber sind in Deutschland nicht von Armut bedroht. Wenig überraschend ist auch die von den Statistikern festgestellte Tatsache, dass mit besserer Ausbildung das Armutsrisiko sinkt.

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