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Streiks : Gabriels Kita-Freibrief

  • -Aktualisiert am

Viele Eltern müssen sich ab Freitag um eine alternative Betreuung kümmern. Bild: dpa

Ab Freitag streiken die Erzieherinnen. Der Kita-Aufstand passt der SPD ins Kalkül. Aber so schlecht werden Erzieherinnen gar nicht bezahlt.

          Was haben Kita-Beschäftigte, was die Lokführer nicht haben? Erstere streiken mit einem Freibrief des Bundeswirtschaftsministers und SPD-Vorsitzenden Gabriel, letztere können von so viel politischer Gunst nur träumen. Die Attraktivität des Erzieherinnen-Berufs müsse „materiell und immateriell“ erheblich gesteigert werden, ließ Gabriel jetzt wissen. Mehr noch: Er verspricht den Kommunen, sich für eine Entlastung ihrer Haushalte durch den Bund einzusetzen.

          Mit solchen Freunden ist gut streiken. Der Kita-Aufstand passt den Sozialdemokraten ins Kalkül, scheinen Streik-Plakate und Interviews doch die angeblich systematische Benachteiligung dieses Frauenberufs zu belegen – und damit die Notwendigkeit des Entgeltgleichheitsgesetzes der SPD-Familienministerin.

          Die Lohntabellen zeigen freilich, dass Erzieherinnen tariflich gar nicht so abgehängt sind. Wer ihnen einen Gehaltssprung gönnen will, sollte auch nicht die Steuerzahler einspannen, sondern die Nutznießer. Das sind die Eltern.

          Wenn sich Gabriel schon einmischt, muss er den Mut haben, die Eltern auf höhere Kita-Gebühren einzustimmen. Die teurere Fahrkarte nach dem Tarifabschluss der Bahn zahlt der Reisende, nicht der Staat.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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