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UN-Organisation : Kinderarbeit hat weltweit deutlich abgenommen

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Kinderarbeit findet oft unbezahlt in den Familien statt Bild: Eilmes, Wolfgang

Rund 11 Prozent aller Minderjährigen weltweit müssen einer unangemessenen Beschäftigung nachgehen. Doch Kinderarbeit ist längst nicht nur ein Problem der ärmsten Staaten.

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          Die Zahl der Kinderarbeiter ist weltweit in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Dennoch gehen weiterhin elf Prozent aller 5- bis 17-Jährigen auf der Welt einer Beschäftigung nach, die über leichte, zeitlich begrenzte Arbeit hinausgeht. Diese Schätzungen gab die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Montag bekannt.

          Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen sieht Fortschritte im Kampf gegen die Kinderarbeit. So bekennen sich laut ILO immer mehr Staaten zu einem besseren Arbeitsschutz für Kinder, indem sie beispielsweise ein Mindestalter für Beschäftigte festsetzen oder die schlimmsten Formen der Kinderarbeit per Gesetz verbieten. Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000 habe die Kinderarbeit weltweit um ein Drittel abgenommen, teilte die ILO mit. Bei Mädchen fiel der Rückgang mit 40 Prozent deutlich höher aus als bei Jungen mit 25 Prozent. „Wir gehen in die richtige Richtung“, fasste ILO-Generaldirektor Guy Ryder die Ergebnisse zusammen, „aber das Tempo ist zu langsam.“

          Das Ziel der Vereinten Nationen, bis 2016 die gefährlichsten Formen von Kinderarbeit zu beseitigen, scheint in weite Ferne gerückt. So arbeitet laut ILO über die Hälfte der 168 Millionen Kinderarbeiter weltweit unter gefährlichen Bedingungen, beispielsweise unter Tage oder während der Nacht. Auch die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger bleibe ein Problem.

          Nicht nur ein Problem der ärmsten Staaten

          Am weitesten verbreitet ist Kinderarbeit in Afrika, südlich der Sahara. Dort gehen laut ILO 21,4 Prozent der Minderjährigen einer unangemessen harten oder zeitintensiven Beschäftigung nach. Dennoch warnt die Arbeitsorganisation davor, Kinderarbeit nur als Problem der ärmsten Staaten zu interpretieren. In absoluten Zahlen betrachtet, leben die meisten Kinderarbeiter demnach in Staaten mit mittlerem Nationaleinkommen. Zu dieser Länderkategorie gehören etwa Indien, Indonesien oder Nigeria.

          Minderjährige, die beispielsweise mit einer Fabriktätigkeit oder Selbstständigkeit eigenes Geld verdienen, bilden eine Minderheit unter den Kinderarbeitern weltweit. Fast 70 Prozent der Kinderarbeit findet unbezahlt in den Familien statt, schätzt die ILO. Die Landwirtschaft bleibt mit Abstand der Produktionssektor mit den meisten Kinderarbeitern.

          Kinderarbeit schadet Heranwachsenden nicht nur körperlich und geistig, indem sie entrechtet und in ihrer persönlichen Entwicklung eingeschränkt werden. Auch unter Ökonomen gilt Kinderarbeit als wachstumshemmend, weil den Minderjährigen so der Zugang zur Bildung verwehrt bleibt.

          Die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion von CDU und CSU, Ingrid Fischbach, rief die Verbraucher in Deutschland zu kritischerem Konsum auf. „Konsumenten müssen aufgeklärt werden, dass viele importierte Güter aus Kinderarbeit sind. Dann haben sie die Möglichkeit, diese Produkte zu boykottieren“, sagte Fischbach. Deutsche Unternehmen rief die Unionspolitikerin dazu auf, bei der Produktion im Ausland Sozialstandards einzuhalten und keine Kinderarbeit zu dulden.

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