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UN-Konferenz : Umweltorganisationen verlassen den Klima-Gipfel

Protestaktion am Donnerstag in Warschau Bild: AP

Die Länder kommen auf dem Weltklima-Gipfel nicht voran. Aus Protest sind nun Umweltverbände aus dem Tagungszentrum ausgezogen. Ein bisher einmaliger Vorgang.

          Aus Protest gegen den schleppenden Fortgang der Verhandlungen auf dem Weltklimagipfel in Warschau sind Umweltorganisationen aus dem Tagungszentrum ausgezogen. Die polnische Regierung habe als Gastgeber versagt und lasse sich, wie die viele Industriestaaten, von den Interessen der Kohle- und Ölindustrie leiten, erklärten die Nichtregierungsorganisationen. Währen der Verhandlungen über den Weg zu einem im Jahr 2015 geplanten Weltklimaabkommen kamen sich die Delegationen der 195 Staaten indessen näher, wie aus der deutschen Delegation verlautete. Gestritten werde, wie immer, übers Geld.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          „In Warschau fehlt jeglicher politischer Wille, um eine effektive Lösung für die globale Klimakrise zu finden“, sagte Denise Loga vom WWF Deutschland. Es gehe „rückwärts und nicht vorwärts“, klagte Martin Kaiser von Greenpeace. Japan kündige seine Reduktionsziele auf, Australien verzichte auf die CO2-Steuer und Polen organisiere zum Klimagipfel eine Konferenz für die Kohleindustrie, die als Hauptverursacher für Kohlendioxidemissionen gilt.

          Auch Oxfam, der BUND, Friends oft the Earth und die internationale Gewerkschaftsorganisation gehörten zu den Initiatoren dieses auf Klimagipfeln einmaligen Auszugs Hunderter Teilnehmer. Germanwatch, Brot für die Welt und Misereor stellten klar, dass sie weitermachen würden.

          100 Milliarden für Klimaschutz ab 2020

          In den Verhandlungen seien zwar noch viele Fragen offen, sagte die deutsche Umweltstaatssekretärin Ursula Heinen-Esser (CDU), doch sei sie zuversichtlich. Deutschland werde weiter dafür kämpfen, dass die Staaten im nächsten Sommer ihre Ziele für die Reduktion von Treibhausgasen benennen, die 2015 in den geplanten Weltklimavertrag aufgenommen werden sollen. Laut Umweltprogramm der Vereinten Nationen übersteigen die Emissionen im Jahr 2020 voraussichtlich die als zulässig erachteten Emissionen von 44 Gigatonnen um 15 Gigatonnen. So hoch müssten die freiwilligen Einsparungen ausfallen.

          Neben dem von der Bundesregierung und der EU verlangten „klaren Fahrplan“ bis 2015 geht es um Geld für Klimaschutzprojekte. Die im Vorjahr ausgemachte Finanzlücke in Höhe von 100 Millionen Dollar für laufende Projekte dürfte nach Zusagen aus Deutschland, Schweden, Norwegen, Brüssel und Finnland geschlossen werden.

          Den von Schwellen- und Entwicklungsländern zusätzlich verlangten Fonds für Folgen von Naturkatastrophen, die dem Klimawandel zugerechnet werden, wird es einstweilen nicht geben. Dafür stünden die Chancen gut, dass der grüne Klimafonds im kommenden Jahr arbeitsfähig werde. Er soll sicherstellen, dass ab 2020 jedes Jahr 100 Milliarden Dollar für den weltweiten Klimaschutz zur Verfügung stehen.

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