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Umstrittene Beihilfen : EU kappt Subventionen für Flughäfen

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Billigflieger auf dem Vorfeld des Flughafens Frankfurt Hahn Bild: dpa

Flughäfen sollen nach dem Willen der EU-Kommission künftig schwerer an staatliche Beihilfen gelangen. Viele kleine Flughäfen fürchten nun um ihre Existenz.

          Regionalflughäfen in Europa müssen sich künftig auf weniger Geld vom Steuerzahler einstellen. Die EU-Kommission hat am Donnerstag in Brüssel beschlossen, die staatlichen Beihilfen für Flughäfen in der EU zu kappen. Demnach sind für regionale Flughäfen Betriebsbeihilfen nur noch höchstens zehn Jahre lang - also bis 2024 - erlaubt, danach müssen sich die Standorte selber tragen.

          Bei Investitionen in die Infrastruktur darf der Staat Flughäfen nur noch nach Größe gestaffelt unterstützen. Somit können Standorte mit weniger als einer Million Passagieren pro Jahr prozentual mehr bekommen als größere Flughäfen mit bis zu fünf Millionen Passagieren jährlich. Für große Flughäfenmit noch mehr Passagieren hält die EU-Kommission öffentliches Geld in der Regel nicht für notwendig, da diese sich selbst tragen können.

          Viele kleine Flughäfen fürchten nun um ihre Existenz. Sie sind kaum wirtschaftlich zu betreiben. Viele Regionalflughäfen in Deutschland gehören öffentlichen Trägern, die oft bereit sind, die Verluste zu tragen, wenn im Gegenzug die Region an das Flugnetz angebunden wird. Um Billigflieger anzulocken werden oft erhebliche Nachlässe bei den Start- und Landegebühren gewährt. Bisweilen bekommen Fluggesellschaften vom Flughafen auch „Marketinghilfen“ für neue Strecke, die sie in den Flugplan aufnehmen.

          Angesichts der neuen Regeln (Entwurf der Richtlinie)  rechnet die Luftfahrtexpertin Yvonne Ziegler mit dem Aus für etliche deutsche Regionalflughäfen. Die Hälfte könnte verschwinden, sagte die Professorin für Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Frankfurt mit dem Spezielgebiet Luftverkehrsmanagement. Eine Herausforderung seien die EU-Richtlinien aber nicht nur für kleine regionale Flughäfen wie Hahn, Zweibrücken und Kassel-Calden. Es gebe auch große Flughäfen, die Verluste machten - etwa Berlin.

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