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Um 680 Millionen Euro ärmer : Wertverlust bei RWE-Aktien frisst Eigenkapital der Stadt Essen

  • Aktualisiert am

Der Wertverlust der RWE-Aktie bringt die Stadt Essen in Bedrängnis. Bild: dpa

Die Stadt Essen besitzt knapp 19 Millionen RWE-Aktien. Doch der Wert der Papiere fällt seit Jahren. Nun muss Essen diesen Wertverlust in ihren Büchern ausweisen - und ist mit einem Schlag 680 Millionen Euro ärmer.

          Die Stadt Essen muss den jahrelang gefallenen Wert der RWE-Aktien in ihren Büchern nach unten anpassen und verliert dadurch fast ihr gesamtes Eigenkapital. Zum Jahresende rechne die Stadt mit einer Überschuldung. Das Minus dürfte bei 18,6 Millionen Euro liegen, Ende 2015 und 2016 dann bei mehr als 50 Millionen Euro, sagten Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) und Stadtkämmerer Lars-Martin Klieve am Dienstag.

          Die Stadt hatte 2007 ihre knapp 19 Millionen RWE-Aktien mit je knapp 76 Euro bewertet. Zum Jahresende 2013 waren sie auf 26,6 Euro gefallen. Bei einer dauerhaften Verschlechterung ihrer Vermögensanlagen müssen Städte neuerdings den Wert in den Büchern korrigieren. Die Neubewertung lässt die klamme Ruhrgebietskommune mit einem Schlag in der Bilanz um 680 Millionen Euro ärmer da stehen als zuvor. Das Eigenkapital schrumpft damit auf nur noch 15,4 Millionen.

          Auch andere Kommunen im Ruhrgebiet oder ihre Tochtergesellschaften haben ihr Vermögen in RWE-Aktien angelegt und müssen in ihren Jahresabschlüssen (Stichtag 31. März) Millionensummen auf RWE-Aktien abschreiben. Der RWE-Konzern war 2013 tief in die roten Zahlen gerutscht, der Verlust lag bei 2,8 Milliarden Euro.

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