https://www.faz.net/-gqe-7vegg

Ukraine hofft auf EU-Milliarden : Russland bleibt im Gasstreit eiskalt

  • Aktualisiert am

Der ukrainische Energieminister Juri Podan verhandelt in Brüssel mit Vertretern Moskaus Bild: Emmanuel Dunand/AFP

Der Winter steht vor der Tür - und zum Heizen braucht die Ukraine Gas aus Russland. EU-Energiekommissar Oettinger sieht „wichtige Fortschritte“, aber noch haben sich Moskau und Kiew nicht einigen können. Die Ukraine hofft auf weitere EU-Milliarden.

          1 Min.

          Im Ringen um russische Gaslieferungen für die Ukraine gibt es weiterhin keine Lösung. Bei den Verhandlungen am Dienstag in Brüssel seien aber „wichtige Fortschritte“ erreicht worden, sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger im Anschluss. Er hoffe, dass bei einem weiteren Treffen am Mittwoch, 29. Oktober, eine Einigung über Gaslieferungen für die Wintermonate möglich sei.

          Seit dem Morgen hatten Vertreter der Ukraine und Russlands miteinander verhandelt, darunter der ukrainische Energieminister Juri Prodan und der russische Minister Alexander Nowak. Seit Monaten ringen beide Seiten um künftige Gaslieferungen und um die Begleichung ukrainischer Altschulden. Russland beharre für künftige Lieferungen auf Vorkasse, sagte Oettinger.

          Die Ukraine ist bei der Energieversorgung auf russisches Gas angewiesen. Kiew hofft auf eine Einigung noch vor dem Winter. Moskau will eine Übereinkunft über die Begleichung ukrainischer Schulden erreichen. Unklar ist nach Angaben der EU-Kommission, wann die Ukraine wie viel für frühere Lieferungen zahlen soll. Russland verlangt von Kiew bis zum Jahresende 4,5 Milliarden Dollar (rund 3,5 Milliarden Euro) für frühere Lieferungen, zweifelt aber an der Zahlungsfähigkeit des Landes.

          Bisher 11 Milliarden für Ukraine

          Auch der Preis für die kommenden Monate steht zur Debatte. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Wochenende verkündet, es gebe eine Einigung auf einen Preis von 385 Dollar (etwa 300 Euro) pro 1000 Kubikmeter. Aus Moskau war allerdings nur zu hören, es sei über einen Preis für die kommenden fünf Monate gesprochen worden.

          Im Juni hatte Moskau der Ukraine wegen unbezahlter Rechnungen den Gashahn zugedreht. Russland besteht vor neuen Lieferungen auf Tilgung und künftig auf Vorkasse.

          Nach Angaben der EU-Kommission hatte die Regierung in Kiew die EU im vergangenen Monat um ein weiteres Darlehen in Höhe von zwei Milliarden Euro gebeten. Die EU hat der Ukraine bisher Hilfen von mehr als 11 Milliarden Euro zugesagt.

          Parallel zu den Gasgesprächen zwischen Russland und der Ukraine in Brüssel besprachen Kremlchef Wladimir Putin und Präsident Petro Poroschenko in einem Telefonat weitere Schritte. Das teilte der Kreml in Moskau am Dienstag mit. Poroschenko bestätigte das Gespräch, Details wurden jedoch zunächst nicht bekannt.

          Weitere Themen

          Netflix fürchtet neue Konkurrenz nicht

          Videodienst : Netflix fürchtet neue Konkurrenz nicht

          Netflix sagt voraus: Apple und Disney werden das eigene Wachstum nur kurzfristig bremsen. Die Quartalszahlen des Videodienstes sind durchwachsen, aber die Börse ist zufrieden.

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.