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Prognose : Die Wirtschaft der Ukraine bricht ein

  • -Aktualisiert am

Lastwagen in der Ukraine Bild: dpa

Der drohende Bürgerkrieg im Osten der Ukraine trifft die Wirtschaft des Landes hart. Nach einer neuen Prognose wird sie in diesem Jahr um 7 Prozent schrumpfen. Die Nachbarländer sind besorgt.

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          Die Ukraine-Krise trifft die Wirtschaft in vielen Ländern Osteuropas bitter. „Unser Handel mit der Ukraine ist im ersten Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent eingebrochen“, sagte Daniela Bobeva, die Wirtschaftsministerin Bulgariens. Das Land grenzt wie die Ukraine an das Schwarze Meer und bezieht von dort Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte. Darüber hinaus müssten deutlich weniger Visa für Touristen, die aus der Ukraine über das Schwarze Meer nach Bulgarien reisten, ausgestellt werden, berichtete die bulgarische Wirtschaftsministerin auf einer Konferenz mit 2500 Teilnehmern in Warschau. Dort äußerten auch Regierungsvertreter aus Lettland und Polen, ihre Sorgen vor einem Schaden für ihre Wirtschaft durch die eskalierenden Spannungen mit Russland.

          Die Ängste der Politiker untermauerten die Volkswirte der staatlichen Förderbank EBRD, indem sie ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Osteuropa und Zentralasien für dieses Jahr deutlich verringerten – von im Januar prognostizierten 2,7 auf nun 1,4 Prozent. „Die erhoffte Erholung ist unterbrochen und das Risiko, dass wir unsere Prognose noch weiter reduzieren müssen, ist groß“, sagte EBRD-Chefvolkswirt Erik Berglöf. Dabei gibt es zwei Effekte, die Osteuropas Wirtschaft eigentlich beflügeln sollten: Der an Stärke gewinnende Aufschwung Westeuropas und die abnehmenden Kursschwankungen der Währungen. „Aber der Ukraine-Konflikt wiegt schwerer“, sagte Berglöf. Das Vertrauen von Investoren in die gesamte Region habe gelitten.

          Am stärksten leiden die Wirtschaften der beiden Konfliktländer. Die Ukraine wird nach der neuen Prognose der EBRD in diesem Jahr um dramatische 7 Prozent schrumpfen, nachdem die Förderbank ihr noch im Januar ein Wachstum um 1,5 Prozent zugetraut hatte. Ein Zahlungsausfall des ukrainischen Euro-Bonds erwartet Berglöf aber nicht. Auch Russlands Wirtschaft stehe kurze davor, in die Rezession zu fallen. Die Kapitalflucht aus dem Land schwoll im ersten Quartal 2014 an, Unternehmen und Privatleute brachten so viel Geld aus dem Land wie im gesamten Jahr 2013.

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