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Überhang wird kleiner : Noch immer mehr Lehrstellen als Bewerber

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Dank der doppelten Abiturjahrgänge war die Not der Unternehmen, ihre Lehrstellen zu besetzen diesmal nicht ganz so groß, wie es der demographische Wandel eigentlich annehmen ließ. Bild: dpa

Der Lehrstellenüberhang in Deutschland ist kleiner geworden. Zwar gibt es immer noch mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber. Doch war die Not der Unternehmen, ihre Lehrstellen zu besetzen aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge diesmal wohl nicht so groß.

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          Die Zahl der Ausbildungsplätze in Deutschland ist im vergangenen Jahr gesunken: 504.500 Ausbildungsstellen wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet, das sind 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Das teilten die Partner des sogenannten Ausbildungspaktes am Mittwoch in Nürnberg mit. Demgegenüber standen 561.200 Lehrstellenbewerber und damit 0,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

          Somit gab es zwar nach wie vor mehr unbesetzte Lehrstellen als Bewerber. Doch hat sich die Lücke zwischen offenen Stellen und Bewerberzahl im Vergleich zum Vorjahr etwas geschlossen. Der Überhang an Stellen betrug 12.500 Ausbildungsplätze; im Vorjahr lag der Stellenüberhang bei 17.600.

          Furcht vor demographischem Wandel

          Seit längerem wird befürchtet, dass auf dem Ausbildungsmarkt der Lehrstellenüberhang immer größer werden könnte, weil mehr und mehr geburtenschwache Jahrgänge die Schulen verlassen. Dieser demografische Effekt konnte diesmal jedoch durch die doppelten Abiturjahrgänge noch etwas gebremst werden. Allerdings deutet sich angesichts der höheren Studierneigung der Schulabgänger mit Hochschulreife an, dass es in den kommenden Jahren schwerer werden werden könnte, Abiturienten für die duale Berufsausbildung zu gewinnen.

          Das Interesse der Betriebe, sich durch Ausbildung Fachkräfte insbesondere für den eigenen Betrieb zu sichern, sei nach wie vor hoch, so die Ausbildungspakt-Partner. Die Unternehmen gäben auch zunehmend leistungsschwächeren Jugendlichen Chancen. Für diese Zielgruppe sei der Einstieg in Ausbildung jedoch häufig immer noch schwierig. Aufgrund von regionalen Unterschieden in der wirtschaftlichen Struktur und den Voraussetzungen der Bewerber werde es in einigen Regionen und Branchen immer schwerer, die zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze und die Berufswünsche der Jugendlichen zusammenzubringen.

          DGB bemängelt schlechte Chancen für Hauptschüler

          Zuvor hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund bemängelt, dass jungen Menschen mit Haupt- und mittlerem Schulabschluss kaum noch der direkte Wechsel von der Schule in die Lehre gelinge. Das sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack der Nachrichtenagentur dpa. Fast jeder Dritte dieser Jugendlichen lande zunächst in einer sogenannten Warteschleife des Übergangssystems, „die nicht zu einer voll qualifizierenden Ausbildung führt“. Auch aufgrund des schwierigen Einstiegs dieser Zielgruppe sei gerade die verstärkte Förderung von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien wichtig, hieß es von Seiten der Partner des Ausbildungspaktes.

          Am Ausbildungspakt nehmen alle wichtigen Arbeitgeber- und Industrieverbände teil sowie die Bundesministerien für Wirtschaft, Bildung und Arbeit, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, die Kultusministerkonferenz und die Bundesagentur für Arbeit.

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