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„Schwarze Liste“ : Türkei beschuldigt deutsche Konzerne der Terrorunterstützung

  • Aktualisiert am

Recep Tayyip Erdogan Bild: dpa

Auf einer Liste der türkischen Regierung mit angeblichen Terrorunterstützern stehen offenbar auch Namen deutscher Firmen. Darunter große Konzerne – und eine Dönerbude.

          Die türkische Regierung hat den deutschen Behörden einem Medienbericht zufolge eine Liste mit angeblichen Terrorunterstützern übergeben, auf der sich auch deutsche Firmen befinden. Auf der Liste, die dem Bundeskriminalamt (BKA) vor Wochen übergeben worden sei, stehen nach Informationen der Wochenzeitung „Die Zeit“ die Namen von insgesamt 68 Unternehmen und Einzelpersonen. Darunter seien Konzerne wie Daimler und BASF, aber auch ein Spätkauf-Imbiss sowie eine Dönerbude in Nordrhein-Westfalen.

          Die genannten Unternehmen sollen demnach Verbindungen zur Bewegung des Predigers Fethullah Gülen haben, den der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan für den Putschversuch vor einem Jahr verantwortlich macht. In Berliner Regierungskreisen werde die Liste als „absurd“ und „lächerlich“ bezeichnet, berichtete die „Zeit“. Das BKA habe die türkischen Behörden um weiterführende Informationen gebeten, bislang aber keine Antwort erhalten.

          Der politische Streit zwischen der Türkei und Deutschland belastet die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Allein im ersten Quartal 2017 brachen die deutschen Exporte in das Schwellenland gegen den Trend um acht Prozent auf 5,1 Milliarden Euro ein, obwohl die deutschen Ausfuhren weltweit insgesamt um 8,5 Prozent zulegten. Der Import aus der Türkei stagnierte bei knapp vier Milliarden Euro, während die Einfuhr nach Deutschland um zehn Prozent zulegte.

          Manche Unternehmen stellen ihr Türkei-Geschäft auf den Prüfstand, was vor kurzem unvorstellbar gewesen wäre. Schließlich zählt das Land mit seinen fast 80 Millionen Einwohnern zu den größten Märkten der Region mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von vier Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Kein Land ist mit mehr Unternehmen in der Türkei vertreten als Deutschland.

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