https://www.faz.net/-gqe-8p559

Möglicher Interessenskonflikt : Trumps Schwiegersohn trifft chinesischen Tycoon

  • Aktualisiert am

Jung, smart und nun schon mit seinem ersten potentiellen Interessenskonflikt belastet: Jared Kushner (35). Bild: AP

Wie gut passen Trumps Geschäfte mit seinem neuen Amt zusammen? Die Frage bekommt neue Brisanz seit bekannt geworden ist, wen sein Schwiegersohn in einem New Yorker Hotel getroffen hat. Und worüber sie gesprochen haben.

          2 Min.

          Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner hat es schon auf mehreren Wegen in die Schlagzeilen geschafft. An diesem Wochenende taucht der 35 Jahre alte Ehemann von Ivanka Trump abermals in vielen amerikanischen Medien auf – diesmal mit der Nachricht über ein pikantes Treffen mit einem chinesischen Tycoon, dem Chef der Anbang Versicherungsgruppe Wu Xiahoui.

          Es soll um einen potentiellen Immobiliendeal gegangen sein, der die Debatten über mögliche Interessenskonflikte zwischen der künftigen Trump-Administration und deren Aktivitäten in der Wirtschaftswelt abermals hochkochen ließ.

          Kushner und Wu sollen sich eine Woche nach Trumps Wahlerfolg im Waldorf-Astoria-Hotel getroffen haben. Wie die „New York Times“ zuerst berichtete, haben sie anscheinend über ein Joint Venture verhandelt, um die prestigeträchtige Immobilie 666 Fifth Avenue in New York zu sanieren. Das 41 Stockwerke hohe, aber renovierungsbedürftige Gebäude gehört „Kushner Properties“, dem Immobilienunternehmen der Kushner-Familie. Wie die „Financial Times“ schreibt, ist es bei dem Treffen im Waldof-Astoria darum gegangen, die Gespräche über das mögliche Joint Venture an Jared Kushners Vater Charles zu übertragen. Ob die Gespräche zwischen Anbang und Kushners Familienunternehmen am Ende tatsächlich zu einem Deal führen werden, sei noch offen.

          Gleichwohl hat das Treffen neue Diskussionen über Ethik und Vermischung von Politik und Wirtschaft in den Vereinigten Staaten abermals hochkochen lassen. Denn Wus Unternehmen Anbang hat enge Verbindungen zur chinesischen Regierung und bemüht sich seit längerer Zeit recht aggressiv darum, Immobilien in Amerika aufzukaufen. Die Bemühungen waren zum Teil dadurch verlangsamt worden, dass sich die Obama-Administration um nationale Sicherheitsfragen sorgte. Den nicht näher genannten Quellen zufolge, die die „New York Times“ zitiert, soll Wu bei dem Treffen auf Trumps Wahlsieg angestoßen und verkündet haben, er wolle den designierten Präsidenten baldmöglichst treffen, denn er sei sich sicher, dass dessen Aufstieg nur Gutes für die globale Wirtschaft bedeuten könne.

          Jared Kushner soll nach Trumps Amtsantritt einer der wichtigsten Berater der Administration des Präsidenten werden. Das macht seine Zusammenkunft mit dem Tycoon Wu umso interessanter. Immerhin verfügt Wu in China über exzellente politische Verbindungen; nicht zuletzt ist er mit der Enkelin von Deng Xiaoping verheiratet. Die Recherchen der „New York Times“ enthüllten zudem, dass Jared Kushner als Verbindungsmann für diplomatische China-Angelegenheiten zwischen der Obama-Administration und Trumps Übergangsteam fungierte.

          Um ethische Standards zu wahren, plane Kushner seinem Anwalt zufolge als Vorstandsvorsitzender des Immobilienunternehmens seiner Familie zurückzutreten, berichtete am Sonntag die Nachrichtenagentur Bloomberg. Kushner werde auch substantielle Vermögenswerte abstoßen und bestimmte Angelegenheiten, die „einen vorhersehbaren Effekt auf seine verbleibenden finanziellen Interessen“ hätten, wegen Voreingenommenheit ablehnen.

          Weitere Themen

          Panik am Holzmarkt

          FAZ Plus Artikel: Zunehmende Knappheit : Panik am Holzmarkt

          Auf Baustellen wird das Holz knapp. Sägewerke kommen nicht mehr nach, Amerikaner zahlen das Dreifache – und das „Käferholz“ wandert containerweise nach China. Klar ist nur eins: Bauen wird teurer.

          Topmeldungen

          Klug gewählte Metapher: Auf jeder deutschen Notbremse steht „Missbrauch strafbar“.

          Corona-Notbremse : Es brennt

          Unheilspropheten sehen in der geplanten bundesweiten Notbremse einen Anschlag auf die Demokratie. Dabei ist sie kein Putschgesetz, sondern ein pragmatisches Instrument. Jeder Tag zählt.
          Im rheinland-pfälzischen Wissen wird Fichtenholz zum Transport nach China in Überseecontainer verladen.

          Zunehmende Knappheit : Panik am Holzmarkt

          Auf Baustellen wird das Holz knapp. Sägewerke kommen nicht mehr nach, Amerikaner zahlen das Dreifache – und das „Käferholz“ wandert containerweise nach China. Klar ist nur eins: Bauen wird teurer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.