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Trotz sinkender Arbeitslosenquote : Britische Notenbank verspricht niedrige Zinsen

  • Aktualisiert am

Bild: REUTERS

In Großbritannien sinkt die Arbeitslosigkeit überraschend schnell. Doch die Notenbank will ihre Niedrigzinspolitik fortsetzen.

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          Keine Zinserhöhung in Sicht: Die britische Notenbank hat ihr Billiggeldversprechen (Finanzjargon: „Forward Guidance“) nach nur sechs Monaten von der Entwicklung der Arbeitslosenquote entkoppelt. Das geht aus dem Inflationsbericht hervor, den Notenbankchef Mark Carney am Mittwoch in London vorgestellt hat. Der Leitzins dürfte also auch auf dem historischen Tiefstand von 0,5 Prozent bleiben, wenn die Quote unter 7,0 Prozent fällt.

          Im vergangenen August hatten die Währungshüter diesen Wert als Schwelle genannt, ab der sie Zinserhöhungen in Erwägung ziehen. Seitdem ist die Arbeitslosenquote aber viel stärker gesunken als erwartet. Zuletzt lag sie mit 7,1 Prozent nur noch einen Hauch über der kritischen Marke. Die Bank of England (BoE) geht davon aus, dass die Quote im Frühjahr unter 7,0 Prozent fallen wird.

          Höhere Zinsen frühestens 2015

          Sie dürfte die Zinsen aber dennoch für mindestens ein weiteres Jahr nicht erhöhen, falls sich ihre aktuellen wirtschaftlichen Prognosen bestätigen sollten. Und das, obwohl die Notenbank in diesem Jahr ein kräftiges Wachstum von 3,4 Prozent erwartet. Die Notenbank will ihre Niedrigzinspolitik fortsetzen, da sie das Wirtschaftswachstum und die Erholung am Arbeitsmarkt nicht als gesichert ansieht.

          Statt an der Arbeitslosenquote soll sich die Zinsentwicklung künftig an einer Reihe anderer wirtschaftlicher Größen orientieren. Im Vordergrund steht dabei das nicht ausgeschöpfte Potenzial am Arbeitsmarkt, das die Notenbank anhand komplexer ökonomischer Modelle ermittelt.

          Diese neue Art der „Forward Guidance“ soll über den künftigen Zinspfad entscheiden. Es gebe kein festgelegtes Zeitfenster für Zinserhöhungen, betonte Carney. Die Projektionen der Notenbank signalisieren jedoch, dass der erste Zinsschritt frühestens in einem Jahr zu erwarten ist.

          Notenbank will die Erholung nicht gefährden

          Der Notenbankchef verteidigte sein Konzept der „Forward Guidance“. Man habe es eingeführt, so Carney, um deutlich zu machen, dass die Zinsen frühestens angehoben werden, wenn Arbeitsplätze, Einkommen und Ausgaben mit nachhaltigen Raten wachsen. „Dies gilt trotz der Weiterentwicklung der Forward Guidance weiter. Wir werden die Erholung nicht gefährden.“

          Der Inflationsdruck ist nach Einschätzung von Carney schwächer als von der Notenbank bisher erwartet. Er verweist auf den weltweit schwachen Preisauftrieb, sinkende Rohstoffpreise und das stärker werdende Pfund. Alle diese Faktoren dürften den Teuerungsdruck aus dem Außenhandel gering halten. Die BoE hatte die in den vergangenen fünf Jahren über dem Zielwert liegende Inflationsrate mit dem Preisdruck aus dem Ausland erklärt.

          „Die Kernbotschaft ist, dass die BoE keine Eile hat um die Geldpolitik zu verschärfen“, schreibt Jonathan Loynes, von Capital Economics in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse. Die neue Form der „Forward Guidance“ habe aber wenig dazu beigetragen, die Reaktionsweise der Notenbank zu erklären. Wie bisher erwartet Capital Economics, dass die Notenbank frühestens Ende des nächsten Jahres die Zinsen anheben wird.

          Das britische Pfund legte nach den Aussagen zu allen anderen großen anderen Währungen zu. Carney machte dafür während seiner Pressekonferenz auf Rückfrage die angehobenen Wachstumsprognosen verantwortlich. Schließlich sei man mittlerweile für Großbritannien optimistischer als für die Eurozone.

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