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Trotz neuer Altersgrenze : Nur ein Drittel der Neurentner spürt die „Rente mit 67“

Senioren an der Nordsee Bild: dpa

In den kommenden Jahren wird das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre heraufgesetzt. Von den Neu-Rentnern im Jahr 2012 musste aber nur weniger als ein Drittel länger arbeiten.

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          Seit dem vergangenen Jahr steigt die Altersgrenze für die gesetzliche Rente schrittweise an. Doch tatsächlich musste bloß weniger als ein Drittel aller Neu-Rentner 2012 wegen der „Rente mit 67“ länger arbeiten. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Wie das Bundesarbeitsministerium schreibt, gingen im vergangenen Jahr rund 202.000 Beschäftigte zum dann geltenden Regeleintrittsalter von 65 Jahren und einem Monat in Ruhestand. Damit waren rund 30 Prozent des Geburtsjahrgangs 1947 von der Rente mit 67 betroffen. Nach Angaben des Ministeriums gingen 2012 insgesamt rund 686.000 Beschäftigte in Rente. 390.000 von ihnen waren jünger als 65, rund 91.000 genau 65 Jahre alt.

          Kerstin Schwenn
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die neuen Rentenabschläge fallen bisher kaum ins Gewicht: Von den rund 91.000 Ruheständlern, die mit genau 65 Jahren in Rente gegangen seien, müssten nur rund 1600 einen Rentenabschlag von 0,3 Prozent akzeptieren, berichtet das Ministerium. Sie hätten von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, als „langjährig Versicherte“ gegen Abschläge früher in den Ruhestand gehen zu dürfen. Dafür hätten sie 35 Jahre in die Rentenversicherung einzahlen müssen. Der Großteil der Neu-Rentner kann aber seinen Ruhestand ohne Kürzung genießen. „Sie wählten entweder eine andere Altersrentenart (85 Prozent) oder nahmen eine Vertrauensschutzregelung in Anspruch (15 Prozent)“, heißt es in der Antwort. Danach nehmen besonders viele (jüngere) Neu-Rentner eine Rente nach Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit in Anspruch. Eine Rolle spielen auch Altersrenten für Schwerbehinderte. Erwerbsminderungsrenten werden hier nicht mitgezählt, da dies keine Altersrenten sind.

          Die schrittweise Heraufsetzung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre hatte 2007 die große Koalition beschlossen. Für die Geburtsjahrgänge 1947 bis 1958 verlängert sich die Lebensarbeitszeit in den nächsten Jahren jeweils um einen Monat, für die Jahrgänge 1959 bis 1964 später um zwei Monate. Von 2029 an gilt das Renteneintrittsalter von 67 Jahren.

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