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Trotz Kritik aus den eigenen Reihen : Ärztevertreter Köhler erhält weitere Amtszeit

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„Sie können aus einem Ackergaul kein Zirkuspferd machen.” Andreas Köhler verteidigte seinen Ruf, in der Öffentlichkeit nicht als Sympathieträger zu gelten Bild: dpa

Trotz heftiger Kritik ist der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, im Amt bestätigt worden. Zu dem Vorwurf, er gelte öffentlich nicht als Sympathieträger sagte er: „Sie können aus einem Ackergaul kein Zirkuspferd machen.“

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          Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, ist trotz heftigen Gegenwinds in den eigenen Reihen für weitere sechs Jahre in seinem Amt bestätigt worden. In der Vertreterversammlung, dem Parlament der KBV, setzte sich der 50-Jährige am Freitag in Berlin gegen zwei Gegenkandidaten durch. Angesichts starker Kritik an der undurchsichtigen Verteilung der Milliardenhonorare der rund 150.000 Kassenärzte versprach Köhler, dass die Honorarverteilung komplett regionalisiert werde.

          Herausforderer waren der Stuttgarter Hausarzt und Chef des Ärzteverbunds MEDI, Werner Baumgärtner, sowie der Chef der Ärzteorganisation NAV-Virchow-Bund, Dirk Heinrich. Der Hausarzt Carl-Heinz Müller bleibt weiteres Vorstandsmitglied neben Köhler. Der Wahl war ein Streit zwischen Traditionalisten und Rebellen unter den Kassenärzten vorausgegangen.

          „Sie können aus einem Ackergaul kein Zirkuspferd machen“

          Köhler warf Kritikern in seiner Bewerbungsrede Verunglimpfung vor. Er verteidigte seinen Ruf, in der Öffentlichkeit nicht als Sympathieträger zu wirken. „Sie können aus einem Ackergaul kein Zirkuspferd machen“, sagte er. Ein Ackergaul ziehe aber beständig Furchen und diene der Sache mehr als „ein neurotisches Zirkuspferd“, sagte er mit Blick auf Kritiker.

          Baumgärtner hielt Köhler und Müller in seiner Bewerbungsrede viele Fehler vor und warb für einen Richtungswechsel mit weniger staatlichen Regulierungen für Mediziner und mehr Transparenz. Das Fehlen fester Preise für einzelne Behandlungen von Ärzten führe zu einem „Verramschen der Arbeit der niedergelassenen Ärzte“, sagte der 49-Jährige. „Es ist auch Fakt, dass viele Arztpraxen kurz vor der Pleite stehen.“ Auch Heinrich warb für einen Neuanfang bei der organisierten Ärzteschaft. „Statt Positionen zu diskutieren, ging es ausschließlich um Posten und Pöstchen“, sagte er.

          Kritiker warfen Köhler vor, seine Ausgangsposition durch einen Trick verbessert zu haben. Ursprünglich war die Neuwahl erst im April vorgesehen, was seinen Gegenkandidaten mehr Zeit zur Werbung gegeben hätte. Doch auf einem handschriftlichen Zettel beantragten mehrere Delegierte ein Vorziehen der Wahl - und waren in geheimer Abstimmung erfolgreich.

          Kompliziertes Abrechnungssystem, viel Papierkram

          Die KBV ist unter anderem zuständig für das Aushandeln der Ärztehonorare mit den Krankenkassen. Nach Angaben des Kassen-Spitzenverbands kommen die Ärzte in diesem Jahr im Durchschnitt auf 169.000 Euro nach Abzug der Praxiskosten, vor Steuern, inklusive Einnahmen von Privatpatienten. 2010 waren es 5000 Euro weniger. Von den gesetzlichen Kassen bekommen sie 2011 rund 33,4 Milliarden Euro - 1,3 Milliarden mehr als 2010.

          Trotzdem ist der Unmut vieler Ärzte groß, weil sie wegen des komplizierten Abrechnungssystems erst nach Monaten erfahren, was sie verdienen. Außerdem müssen sie viel Papierkram erledigen.

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