https://www.faz.net/-gqe-11na7

Trotz Gas-Lieferstopps : „Deutschlands Wohnzimmer bleiben warm“

  • Aktualisiert am

Das Gas ist sicher, sagen die Versorger Bild: AP

20 Millionen Haushalte in Deutschland heizen mit Gas - und sind demnach im schlimmsten Fall Leidtragende des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine. Doch die Energiebranche gibt Entwarnung: Kein Kunde müsse frieren, heißt es bei RWE. Dank großer Reserven und einer Vielzahl von Lieferländern sei Deutschland in einer komfortablen Position.

          Der deutsche Energiekonzern RWE sieht trotz des kompletten russischen Gas-Lieferstopps weiterhin keine Auswirkungen für die Verbraucher in Deutschland. „Kein RWE-Kunde muss frieren. Deutschlands Wohnzimmer bleiben warm“, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Dank großer Reserven und einer Vielzahl von Lieferländern sei Deutschland in einer komfortablen Position. Die gut gefüllten Speicher könnten fast ein Viertel des Jahresbedarfs von Industrie und Privatkunden decken. Ähnlich äußerte sich auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft: „Kein Verbraucher muss Angst haben, dass er in der kalten Wohnung sitzt“, sagte Geschäftsführer Martin Weyand.

          Vom Lieferstopp ist nach Angaben des Mieterbundes fast jeder zweite Haushalt in Deutschland mittelbar betroffen. „Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Lieferung von Gas bedroht mehr als 20 Millionen Haushalte mit Gasheizungen sowie Teile der Stromversorgung und Fernwärmeerzeugung“, erklärte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Franz-Georg Rips. Die Bundesregierung müsse alles daran setzen, die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen zu verringern. Das Energiesparen und der Ausbau der Öko-Energie müssten verstärkt werden.

          Zwei Drittel des Gases aus westeuropäischen Quellen

          RWE gab auch für andere Länder teilweise Entwarnung. In Tschechien müsse niemand frieren, hieß es. Zwar komme in das Nachbarland seit der Nacht zu Mittwoch kein Gas aus Russland mehr an. Durch den erhöhten Transport von Erdgas aus Norwegen und die Öffnung von Speichern sei die Lage auch dort entspannt. Die RWE-Tochter Transgas ist der größte Energieversorger in Tschechien. Technisch weit schwieriger sei es in weniger zentral gelegenen Ländern Südosteuropas, russische Lieferungen zu ersetzen, erklärte der RWE-Sprecher. Hier gebe es kaum Ausweichrouten und Alternativ-Pipelines, um Erdgas etwa aus Norwegen anzuzapfen.

          Zwei Drittel der für Deutschland bestimmten Erdgaslieferungen stammen aus westeuropäischen Quellen, aus den Niederlanden, Norwegen sowie aus der heimischen Produktion, sagte Energieverbands-Geschäftsführer Weyand. Diese Bezugsquellen könnten auch kurzfristig erhöht werden. Zudem sei es möglich, über Weißrussland russisches Gas zu beziehen.

          Weitere Themen

          Indien verbietet E-Zigaretten Video-Seite öffnen

          Todesfälle durch Vaping : Indien verbietet E-Zigaretten

          In letzter Zeit kam es aber vermehrt zu Lungenkrankheiten und sogar Todesfällen, die Ärzte auf das sogenannte Vaping zurückführen. Viele Regierungen stören sich auch daran, dass die Industrie gezielt Jugendliche anspricht.

          Topmeldungen

          Das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York

          Vereinigte Staaten : Zwei kubanische UN-Diplomaten ausgewiesen

          Kurz vor der UN-Vollversammlung hat Amerika zwei Vertreter Kubas ausgewiesen. Deren Aktionen seien laut Außenministerium gegen die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten gerichtet gewesen. Kuba spricht von Verleumdung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.