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Trotz Digitalisierung : Auch Brigitte Zypries gegen Bargeldabschaffung

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Brigitte Zypries am Mittwoch in Berlin Bild: AP

Nach dem Wissenschaftlichen Beirat hält auch die Wirtschaftsministerin persönlich ein Plädoyer für das Bargeld: Trotz Digitalisierung habe es weiterhin seine Berechtigung.

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          Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries hat sich gegen eine Abschaffung des Bargelds ausgesprochen. „Bargeld muss auch weiterhin ein wichtiges Zahlungsmittel bleiben. Es hat auch in Zeiten der Digitalisierung seine Berechtigung“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch. Ihre wissenschaftlichen Berater hatten sich in einem Gutachten gegen Überlegungen gewandt, das Bargeld abzuschaffen oder eine Obergrenze für Bargeldtransaktionen einzuführen.

          Für die Haltung gebe es überzeugende ökonomische Argumente, sagte Zypries. Die Fachleute halten die Abschaffung von Bargeld für einen Eingriff, der weder zu Ersparnissen im Zahlungsverkehr beiträgt noch zur Kriminalitätsbekämpfung nötig ist. Die geplante Abschaffung von 500-Euro-Scheinen und Überlegungen der EU, Bargeldzahlungen nur noch begrenzt zuzulassen, hatten die Diskussion belebt.

          Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank stufte der Beirat als höchst gefährlich für das Finanzsystem ein. Die EZB konzentriere sich fast ausschließlich darauf, die Kreditvergabe anzukurbeln und die Konjunktur zu beleben. Die Belastungen des Finanzsektors aber würden hintangestellt. So werde die Sanierung der Branche gehemmt. Eine Folge der Politik sei, dass viele Finanzinstitute wie Versicherungen keine ausreichenden Gewinne erzielen und ihre Kosten nicht mehr decken können. Auch für Anleger gebe es negative Auswirkungen.

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