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Tierfutterskandal : Dioxinhaltiges Tierfutter auch in Deutschland

  • Aktualisiert am

In Deutschland dürfen tierische Fette nicht an Nutztiere verfüttert werden Bild: picture-alliance / dpa

Hunderte landwirtschaftliche Betriebe sind in Belgien und den Niederlanden geschlossen worden. Auch sieben Bauernhöfe in Deutschland sind betroffen. Sie wurden mit dioxinverseuchtem Tierfutter beliefert.

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          Nach Belgien und den Niederlanden sind auch in Deutschland Landwirte mit dioxinverseuchtem Futter beliefert worden. Die Landesbehörden haben sieben landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt gesperrt. Diese dürfen bis auf weiteres keine lebenden Tiere, Fleisch und Milch verkaufen. Die Europäische Kommission hatte am Montag das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Bonn über das Geschehen in Belgien und den Niederlanden informiert.

          Demzufolge hat ein niederländischer Mischfutterhersteller mit Dioxin belastete Tierfette aus Belgien verarbeitet und diese unter anderem nach Deutschland weiterverkauft. Die zulässigen Höchstwerte würden um das 25fache überschritten, sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Verbraucherministeriums. Sie wies darauf hin, daß die Verfütterung tierischer Fette an landwirtschaftliche Nutztiere in Deutschland verboten ist. Die Bundesregierung hatte dieses Verbot während der BSE-Krise erlassen, um einen möglichen Übertragungsweg für den Erreger des Rinderwahnsinns zu blockieren.

          275 niederländische Betriebe vorläufig gesperrt

          In den Niederlanden haben die Behörden unterdessen etwa 275 landwirtschaftliche Betriebe gesperrt, die hochgradig dioxinbelastetes Futter gekauft hatten. Die Schweine- und Geflügelbetriebe dürfen keine Tiere oder tierischen Produkte mehr verkaufen, bis die Behörden geprüft haben, ob ihr Fleisch mit dem Seveso-Gift Dioxin belastet ist. Auch die belgische Behörde für Nahrungsmittelsicherheit hat am Montag weitere Betriebe geschlossen, nachdem sie schon am Wochenende erste Schweine- und Hühnerfarmen gesperrt hatte. In Belgien besteht somit für mehr als 100 landwirtschaftliche Betriebe der Verdacht auf eine Dioxinverseuchung.

          Den ersten Dioxinfall hatten die Behörden bereits vor fünf Tagen in den Niederlanden gemeldet. Ein einheimisches Unternehmen hatte die erhöhte Belastung in einer zu der Fütterung von Tieren gedachten Fuhre Schweinefett aus Belgien entdeckt. Das Niveau des Dioxingehalts im dem Fett lag 25 Mal höher, als das normalerweise der Fall ist. Nach Angaben belgischer Behörden lag das Niveau allerdings klar unter denen des Dioxin-Skandals von 1999, als auch mit dem krebserzeugenden Gift verunreinigte Lebensmittel in den Einzelhandel gelangten. Derzeit ist offenbar nur Tierfutter durch erhöhte Dioxinmengen belastet. „Wir gehen davon aus, daß Lebensmittel nicht betroffen sind“, sagte ein Sprecher der Kommission. Die Untersuchungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

          Futtermittelhersteller schon 1999 in den Schlagzeilen

          Der belgische Futtermittelhersteller Profat, der das verseuchte Tierfett an belgische und niederländische Hersteller von Mischfutter geliefert haben soll, hatte schon vor sieben Jahren unter dem Namen Verkest den damaligen Dioxin-Skandal ausgelöst. Der Skandal hatte 1999 die Regierung in eine Krise gestürzt. Die Grünen hatten bei der anschließenden Wahl klare Gewinne erzielt. Die Wirtschaft hatte Einbußen verzeichnet. Die Europäische Kommission reagierte mit strengeren Vorschriften für die Belastung von Futtermitteln auf die Krise. Die neuen Grenzwerte für die Dioxin-Belastung traten Mitte 2002 in Kraft.

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