https://www.faz.net/-gqe-7mtd0

Teurere Tickets drohen : Geringere Ökostrom-Rabatte kosten Bahn 139 Millionen

  • Aktualisiert am

Grüne Bahn? Die Ökostromrabatte, die sie genießt sollen jedenfalls kleiner werden. Bild: dpa

Für die Bahn gibt es künftig geringere Ökostrom-Rabatte - und damit Zusatzkosten von bis zu 139 Millionen Euro im Jahr. Schon gibt es Warnungen: Tickets sollen teurer werden.

          Der Deutschen Bahn werden durch die geplante Reduzierung der Ökostrom-Rabatte bis zu 139 Millionen Euro im Jahr an Zusatzkosten entstehen. Die Zahl nannte der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert (SPD), am Mittwoch in Berlin. Weil die Bahn künftig eine höhere Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zahlen muss, werde dies ihr Ergebnis spürbar schmälern.

          2013 zahlte die Bahn auf die reduzierte EEG-Umlage 108 Millionen Euro. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will die Vergünstigungen aber verringern. Die schrittweise Erhöhung der Umlage wird die Bahn bis 2018 mit insgesamt rund 800 Millionen Euro belasten. Burkert warnte vor steigenden Fahrpreisen und forderte eine Nachbesserung der EEG-Reform.

          „Ich frage mich schon, warum dieser klimafreundliche Verkehrsträger stärker belastet werden soll“, kritisierte er. „Die Mehrkosten werden voraussichtlich auf die Fahrpreise umgelegt.“

          Unternehmen und Schienenbahnen mit hohem Stromverbrauch genießen starke Nachlässe bei der Förderung etwa von Solar- und Windenergie. Diese Rabatte tragen die übrigen Verbraucher über ihre im Strompreis enthaltene Ökostrom-Umlage mit. Um die Bürger zu entlasten und wegen Bedenken der EU sollen die Rabatte nun gekürzt werden.

          Kleine Bahnen werden begünstigt

          Bislang mussten die Deutsche Bahn sowie Straßen- und U-Bahnen bis zu einem Verbrauch von zehn Gigawattstunden den vollen Satz der Umlage zur Förderung der EEG-Umlage zahlen. Der Verbrauch darüber hinaus wurde nahezu vollständig von der Umlage befreit. Das soll nun geändert werden: Der Gesetzentwurf sieht vor, dass 2015 dann 15 Prozent, 2016 schon 20 Prozent, 2017 bereits 25 Prozent und 2018 dann 30 Prozent der Umlage gezahlt werden muss.

          Allerdings ist der volle Satz der Umlage nur noch bis drei statt wie bisher zehn Gigawattstunden fällig, was sehr kleine Bahnen begünstigt. Besonders stark zusätzlich belastet wird so die Deutsche Bahn. Sie ist mit mehr als 10.000 Gigawattstunden der größte Stromverbraucher in Deutschland.

          Der Industrie war die begünstigte Stellung des Schienenverkehrs schon länger ein Dorn im Auge. Erst kürzlich hatte sich der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) dafür ausgesprochen, dass künftig nur noch Betriebe Rabatte erhalten sollten, die energieintensiv sind und im internationalen Wettbewerb stehen. Branchen wie die Bahn, auf die die genannten Kriterien nicht zuträfen, sollten dagegen nicht weiter begünstigt werden.

          Weitere Themen

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Topmeldungen

          Bayern-Sieg im DFB-Pokal : Geballte Münchner Klasse

          Nach dem Meistertitel in der Fußball-Bundesliga sichert sich der FC Bayern nun das Double. Die Münchener setzen sich im Pokalfinale gegen RB Leipzig durch. Vorstandschef Rummenigge bestätigt anschließend: Trainer Kovac bleibt.
          Regisseur Bong Joon-ho hat mit seinem gesellschaftskritischen Thriller die erste Goldene Palme für Südkorea geholt.

          Blog | Filmfestival : Hochverdienter Gewinner

          Mit „Parasite“ siegt in Cannes ein gesellschaftskritisches Drama mit teils schwarzem Humor aus Südkorea. Zwei Entscheidungen der Jury überraschen allerdings.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.