https://www.faz.net/-gqe-7y02o

Techniker und Barmer : Krankenkassenbeiträge steigen nächstes Jahr

  • Aktualisiert am

Die Beiträge steigen, erwartet nicht nur die Techniker Krankenkasse. Bild: dpa

Die Krankenkassenbeiträge steigen im kommenden Jahr auf breiter Front, sagen sowohl die Techniker Krankenkasse als auch die Barmer GEK voraus. Und der Verband warnt Kunden davor, vorschnell zu wechseln.

          1 Min.

          Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden nach Einschätzung der Techniker Krankenkasse (TK) in den nächsten Jahren deutlich anziehen. „Ich würde mich nicht wundern, wenn das schon im Laufe des Jahres 2015 beginnen würde“, sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas. Ähnlich äußerte sich ebenfalls am Wochenende Christoph Straub, der die Barmer GEK führt.

          Der von den Kassen vom kommenden Jahr an selbst festzulegende Zusatzbeitrag werde sich im ersten Jahr zunächst innerhalb etwa eines Prozentpunktes bewegen, erwartet Baas. Unter den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den alle bezahlen müssen, könne keine Kasse gehen, mehr als 15,5 Prozent würden nur sehr wenige erheben.

          Baas sagte weiter: „Es wird teurer, das ist die Wahrheit. Wir rechnen im Durchschnitt der Krankenkassen mit 0,2 Beitragssatzpunkten Steigerung im Jahr.“ Bis zur Bundestagswahl 2017 seien es 0,4 Prozentpunkte mehr, also ein Beitragssatz von knapp 16 Prozent. „Das wird die Politik nicht lustig finden.“ Barmer-Boss Straub äußerte, er gehe davon aus, dass „der Zusatzbeitragsbedarf zunehmen wird - in den kommenden Jahren möglicherweise auf 1,5 Prozentpunkte“. Für das Jahr 2016 rechnet der Kassenchef mit einem durchschnittlichen GKV-Beitragssatz von mehr als 16 Prozent.

          Mehr Wettbewerb

          Zum 1. Januar wird der allgemeine Beitragssatz zur GKV von 15,5
          auf 14,6 Prozent gesenkt. Der bisherige Sonderbeitrag der Mitglieder
          von 0,9 Prozentpunkten entfällt. Dafür kann jede der 131 Kassen einen
          Zusatzbeitrag erheben, über dessen Höhe sie selbst entscheidet.
          Dadurch soll der Wettbewerb unter den Kassen forciert werden.



          Kassen, deren Zusatzbeitrag den durchschnittlichen Wert (2015:
          0,9 Prozent) übersteigt, müssen ihre Mitglieder ausdrücklich darauf
          hinweisen, dass es eine günstigere Kasse gibt. Die Versicherten haben dann ein Sonderkündigungsrecht.

          Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)
          warnt allerdings davor, die Kasse allein aufgrund der Höhe des
          Zusatzbeitrages zu wechseln. „Wir empfehlen den Versicherten, bei der
          Kassenwahl nicht nur auf die Höhe des Zusatzbeitrags zu achten,
          sondern auch die teilweise unterschiedlichen Leistungen in den Blick
          zu nehmen“, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian
          Lanz: „Das Gesamtpaket muss stimmen.“





          Er wies darauf hin, dass vom 1. Januar an die Zusatzbeiträge
          aller Krankenkassen auf der Internetseite www.gkv-zusatzbeitraege.de
          veröffentlicht werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Unter Korruptionsverdacht : Früherer König Juan Carlos verlässt Spanien

          In einem Brief teilt der ehemalige spanische Monarch seinem Sohn mit, dass er das Land verlassen will. Juan Carlos ist in einen Finanzskandal verstrickt. Mit dem Schritt erspart er Felipe VI. eine schwere Entscheidung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.