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Tarcisio Bertone : Kardinal bezieht Luxuswohnung im Vatikan

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Kardinal Tarcisio Bertone Bild: REUTERS

Papst Franziskus’ Forderung nach einer „armen Kirche“ findet offenbar nicht bei allen Geistlichen Gehör: Der italienische Kardinal Tarcisio Bertone lässt sich laut einem Medienbericht eine 600 Quadratmeter große Luxuswohnung im Vatikan herrichten.

          Der frühere Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone lässt sich laut einem italienischen Medienbericht eine Luxuswohnung im Vatikan herrichten. Die neue Unterkunft will der Kardinal nach umfangreichen Umbauarbeiten noch im Sommer beziehen, wie die italienische Zeitung „La Repubblica“ am Sonntag meldete.

          Bertones neue Wohnung, die über eine 100 Quadratmeter große Dachterrasse verfügen soll, ist dem Bericht zufolge zehnmal größer als die Gemächer des Papstes. Der für seine bescheidende Lebensweise bekannte Pontifex wohnt anders als seine Vorgänger im vatikanischen Gästehaus und nicht im Apostolischen Palast.

          Für Bertones neue Unterkunft werden laut dem Bericht zwei ältere Wohnungen zusammengelegt: In der einen wohnte bis zu seinem Tod 2009 der Gendarmeriechef des Vatikans, Camillo Cibin. In der anderen der Kurienbischof Bruno Bertagna, der Ende 2013 verstarb.

          Bertone war bis vor einem halben Jahr Kardinalstaatssekretär, im Oktober wurde er vom Papst seines Amtes enthoben. Bertones Kritiker hatten ihm einen autoritären Führungsstil und zu enge Beziehungen zur Politik vorgeworfen. Der Kardinal witterte hingegen eine Verschwörung. Er sei ein Opfer von „Maulwürfen und Schlangen“ im Vatikan geworden, sagte er damals.

          Franziskus tritt seit seinem Amtsantritt im März 2013 mit Nachdruck für eine Reform des Vatikans ein und fordert eine „arme Kirche für die Armen“. Den im Januar bestimmten Kardinälen gab er mit auf den Weg, sie sollten „Weltlichkeit“ und Partys meiden und ein „einfaches und demütiges Herz“ behalten. Im Herbst hatte er in einer einer Art ökonomischer Grundsatzschrift eine Kirche für die Armen gefordert.

          Ende März hatte der Papst das Rücktrittsgesuch des bereits seit Oktober suspendierten Bischofs Tebartz-van Elst angenommen, der wegen der explodierenden Kosten für den Umbau und die Renovierung des Bischofssitzes im Limburg in die Kritik geraten war. Laut einem kircheninternen Prüfbericht soll der Bischof persönlich zahlreiche der kostspieligen Änderungen angeordnet haben, die die Baukosten letztlich die Kosten auf 31,5 Millionen Euro getrieben hatten.

          Tarcisio Bertones Nachfolger Pietro Parolin hat sich indes Franziskus' Wohnungswahl angeschlossen. Parolin wohnt wie der Papst im vatikanischen Gästehaus Sanctae Marthae.

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