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Südafrika : Platinbergwerke zum Verkauf

Platinmine Rustenburg Bild: AFP

In Südafrika ist vor kurzem der längste und teuerste Streik in der Geschichte des Landes zu Ende gegangen. Nicht nur die betroffenen Unternehmen hat der Ausstand viel Geld gekostet.

          Anglo Platinum trennt sich nach einem fünf Monate langen Streik in Südafrikas Platinbergwerken von mehreren Bergwerken. Das kündigte der größte Produzent des Edelmetalls in Johannesburg an. Der Arbeitskampf – der längste und teuerste in der Geschichte des Landes – hat dem Unternehmen in den vergangenen sechs Monaten einen Gewinnrückgang um fast 90 Prozent und Produktionseinbußen von 40 Prozent beschert. Es wird wohl noch Monate dauern, bis die bestreikten Minen zum gewohnten Betrieb zurückkehren.

          Claudia Bröll

          Freie Autorin für die Wirtschaft in Südafrika.

          Ein Verkauf von Platinminen war seit längerem erwartet worden. Wie Anglo Platinum bekanntgab, handelt es sich voraussichtlich um vier Bergwerke und zwei Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen. In den Minen arbeitet mehr als die Hälfte der Belegschaft von 50.000 Arbeitern. Es gebe mehrere potentielle Investoren, die in der Platinindustrie Fuß fassen wollten, sagte Anglo-Platinum-Chef Chris Griffith. Der Schritt sei schon vor Ausbruch der Arbeitskämpfe erwogen worden. Widerstand kündigte die führende Minengewerkschaft NUM an. Sie befürchtet Massenentlassungen.

          Verglichen mit den anderen beiden Förderern, Impala Platinum und Lonmin, ist der Arbeitskampf für den Marktführer noch glimpflich verlaufen. Lediglich 40 Prozent der Platinproduktion waren betroffen. Weil Anglo Platinum zuvor hohe Lagerbestände aufgebaut hatte, konnten die Kunden auch während des Streiks beliefert werden. Lonmin indes musste sämtliche Minen schließen. Impala Platinum förderte zumindest noch in Zimbabwe und in einer anderen südafrikanischen Region.

          Streik führte zu Lohnerhöhungen um bis zu 20 Prozent

          Den Streik von mehr als 70000 Kumpeln hatte eine neue radikale Gewerkschaft ausgerufen. Während des Tarifstreits verhärteten sich die Fronten so sehr, dass selbst der Bergbauminister in einem Vermittlungsbemühen klein beigeben musste. Schätzungen nach kostete der Streik die Unternehmen umgerechnet 1,7 Milliarden Euro. Den Arbeitern entgingen Löhne von mehr als 700 Millionen Euro. Letztlich einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft auf Lohnerhöhungen von bis zu 20 Prozent. Anglo Platinum bezifferte den durchschnittlichen Anstieg der Arbeitskosten in den kommenden drei Jahren auf 8,4 Prozent im Jahr.

          Der Lohnabschluss hat sich bereits als richtungsweisend für die Branche erwiesen. Ein weiterer Förderer, Royal Bafokeng Platinum, schloss einen fünf Jahre laufenden Tarifvertrag mit Lohnerhöhungen von 10,5 Prozent in jedem Jahr ab. Der kleinere Konkurrent Aquarius stimmte Erhöhungen um 12 und 11 Prozent zu. „Was hier gerade passiert, ist selbstzerstörerisch für die Unternehmen“, sagte Rohstoffexperte Peter Major vom Finanzdienstleister Cadiz Corporate Solutions. Niemand könne einen ebensolchen Anstieg des Platinpreises erwarten.

          Interesse an den Anglo-Platinum-Minen haben der Platinförderer Wesizwe Platinum und der Goldschürfer Sibanye bekundet. Beide haben chinesische Investoren im Rücken. Sibanye kennt sich zudem mit problembeladenen Minen aus. Das börsennotierte Unternehmen war entstanden, als sich der Goldproduzent Gold Fields von einigen Bergwerken trennte. Der Verkauf der Minen sei für alle Beteiligten besser als eine Schließung, sagte Major. Neue Eigentümer hätten mehr Möglichkeiten, den Betrieb umzustrukturieren. Aber Anglo Platinum könne sich auf harte Preisverhandlungen einstellen, auch wenn die Marktbedingungen bei einem Platinpreis von 1480 Dollar je Feinunze derzeit günstig seien. Analysten schätzen den Wert der Minen auf 800 Millionen bis 2 Milliarden Dollar.

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