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Subventionen : Hausbesitzer sichern sich hohe Solarförderung

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Der Sonne zugewandt: die Einspeisevergütung für Solaranlagen wird ab Oktober weiter gekürzt Bild: AP

Eine regelrechte Torschlusspanik treibt deutsche Hausbesitzer, ihre Dächer noch rechtzeitig mit Solaranlagen auszustatten. Ab Oktober gibt es weniger Geld pro eingespeiste Kilowattstunde.

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          Der Solarboom auf deutschen Hausdächern hat sich im ersten Halbjahr weiter beschleunigt. Nach vorläufigen Angaben der Bundesnetzagentur wurden bis Ende Juni neue Anlagen mit einer Kapazität von 3,4 Gigawatt (GW) installiert. Das entspricht fast dem gesamten Zubau von 3,8 GW im Vorjahr und mehr als einem Drittel der Ende 2009 installierten Kapazität von 9,8 GW. Angetrieben wird das rasante Wachstum von der Torschlusspanik der Anlagenbetreiber, die sich noch rechtzeitig die hohen Einspeisevergütungen sichern wollen. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte sie im Juni, als der Zubau fast so hoch war wie in den fünf Vormonaten zusammen.

          Die Förderung für Dachflächenanlagen ist rückwirkend zum 1. Juli um 13 Prozent verringert worden, zum 1. Oktober erfolgt eine weitere Kürzung um 3 Prozent auf dann 32,88 Cent je Kilowattstunde. Die Vergütungen für Strom aus Anlagen, die vor diesen Stichtagen in Betrieb gehen, bleiben zwanzig Jahre lang auf dem alten Niveau. Schätzungen zufolge addieren sich die zugesagten Förderbeträge über diesen Zeitraum auf rund hundert Milliarden Euro.

          Die Zahlen der Netzagentur lassen im kommenden Jahr eine zusätzliche Absenkung der Fördersätze für Neuanlagen erwarten. Grund ist die absehbare Überschreitung der im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgesehenen Schwellenwerte für den Kapazitätsausbau. Damit könnte die Vergütung bis auf 28,6 Cent je Kilowattstunde zurückgehen. Für die Verbraucher wird es voraussichtlich dennoch teurer. Sie bezahlen über die EEG-Umlage die Differenz zwischen dem Strompreis an der Börse und der Einspeisevergütung für Solar- und Windstrom. In diesem Jahr werden dafür 2,047 Cent je Kilowattstunde fällig. Für 2011 erwarten viele Fachleute einen Anstieg um wenigstens 50 Prozent.

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