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Subventionen gefordert : Cornwall stimmt für Brexit – und will jetzt Geld

  • Aktualisiert am

Idyllisch, aber nicht sehr wirtschaftsstark: St Ives in Cornwall. Bild: AFP

Keine Region in Großbritannien bekommt so viel Subventionen von der EU wie Cornwall. Doch die Region stimmte entschieden für den EU-Austritt. Jetzt fordert Cornwall Ersatz-Geld aus London.

          Die Regierung der britischen Region Cornwall löst in Großbritannien gerade mit einer Subventions-Bitte Diskussionen aus. Zwar hatte die Bevölkerung an der Südwestspitze Englands mit mehr als 56 Prozent überdurchschnittlich klar für den Austritt aus der EU gestimmt. Doch am Freitag veröffentlichte die Verwaltung eine Forderung an die Regierung in London, sie solle die wegfallenden EU-Subventionen ersetzen.

          Ökonomen hatten schon in den Wochen vor dem Brexit davor gewarnt, dass gerade die Landstriche, in denen der EU-Austritt besonders beliebt war, am meisten von der Europäischen Union abhängen – nicht nur wegen Subventionen, sondern auch weil die Industrie dort besonders auf den Export in die EU angewiesen ist. Entsprechend stimmten die Regionen auch im tatsächlichen Referendum ab.

          Insgesamt beziffert die Regionalregierung den finanziellen Vorteil aus EU-Programmen auf rund 60 Millionen Pfund im Jahr. Nach Angaben des britischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks BBC seien in den Jahren bis 2020 sogar insgesamt mehr als 400 Millionen Pfund geplant gewesen. Keine andere Region in Großbritannien beziehe so viel Geld von der Europäischen Union wie Cornwall.

          „Vor der Abstimmung hat uns die 'Leave'-Kampagne versichert, dass eine Entscheidung für den Austritt nicht die EU-Zuschüsse betreffe, die Cornwall schon bekommen hat, und dass Cornwall künftig in Sachen Investitionen nicht schlechter dasteht“, heißt es jetzt in der Mitteilung. Und: „Wir hoffen auf eine eilige Bestätigung von den Ministern, dass dies der Fall ist.“

          In der Mitteilung lässt sich auch der Chef des Regionalrats, John Pollard, mit den Worten zitieren: „Nachdem wir jetzt wissen, dass Großbritannien die EU verlässt, werden wir schnelle Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass die britische Regierung die Situation Cornwalls in allen Verhandlungen schützt.“

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