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Studis statt Azubis : DIHK warnt vor Trend zur „Akademisierung“

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Mach gefälligst was Ordentliches, geh studieren! Bild: dpa

Der DIHK warnt: Ein Studium ist nicht für jeden Menschen das allein Seilgmachende. Die Bildungsministerin sieht darin die beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit.

          Studis statt Azubis: Industrie und Handel sehen angesichts nicht besetzter Lehrstellen die steigenden Studierendenzahlen in Deutschland kritisch. „Nicht jeder ist mit einem Studium auf der Erfolgsspur. Rund 25 Prozent der Studienanfänger brechen ab“, sagte der Ausbildungsreferent des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Markus Kiss, der „taz am wochenende“. „Der Trend zur Akademisierung um jeden Preis muss gestoppt werden.“ Inzwischen gebe es mit rund 50. 000 Menschen fast so viele Erstsemester wie Ausbildungsanfänger.

          Gemeinsam mit Hochschulen und Arbeitsagenturen müsse Studienabbrechern der Umstieg in eine duale Ausbildung erleichtert werden, meint Kiss.

          Bildungsministerin will mehr Akademiker

          Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will jedoch den Ausbau von Studienplätzen weiter fördern. Sie sagte der „taz am wochenende“: „Wir brauchen Beides - eine gute akademische und berufliche Bildung. Der akademische Abschluss gilt nach wie vor als beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit.“ Die Studienanfängerquote in Deutschland liege immer noch unter dem OECD-Durchschnitt.

          Indes täuschen die Zahlen, weil in anderen Ländern die Akademisierung weit fortgeschritten ist und deutsche Ausbildungsgänge als Hochschulabschlüsse gezählt werden.

          Darüber hinaus zeigt sich in vielen Ländern, dass eine hohe Akademikerquote eben nicht die Arbeitslosigkeit verringert, wenn damit an der Wirtschaft vorbei ausgebildet wird.

          So galt etwa in Tunesien das Bildungssystem als vorbildlich, weil es eine hohe Quote an Akademikern hervorbrachte. Just die waren dann aber arbeitslos, weil die verlängerte Werkbank Italiens nur wenig Akademiker benötigte - mit ein Auslöser der sogenannten „Jasminrevolution.“

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