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Studie : Viele Flüchtlinge sind besser ausgebildet als gedacht

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Nach Angaben des Leiters des Bundesamtes für Migration, Frank-Jürgen Weise, sind zwischen September 2015 und September 2016 etwa 50 000 Flüchtlinge in Arbeit gekommen. Bild: dpa

Erst hieß es, fast nur syrische Ärzte kämen nach Deutschland. Dann hieß es, fast nur Analphabeten. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass anscheinend viele Migranten gut ausgebildet sind.

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          Die seit September 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge sind nach Angaben einer neuen Studie besser ausgebildet, als Fachleute bisher gedacht hatten. Positiver als bisher vermutet sei auch die Haltung der aufgenommenen Syrer, Iraker, Afghanen und anderer Schutzsuchender zu Demokratie und Frauen. In der Studie geht es auch um die künftigen Beschäftigungschancen der Flüchtlinge. Die repräsentative Befragung von mehr als 2300 geflüchteten Menschen über 18 Jahren wurde vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) durchgeführt.

          58 Prozent der erwachsenen Geflüchteten hätten demnach in ihren Herkunftsländern zehn Jahre und mehr in Schule, Ausbildung und Studium verbracht, im Vergleich zu 88 Prozent bei der deutschen Wohnbevölkerung. 37 Prozent der Flüchtlinge besuchten eine weiterführende Schule, 31 Prozent eine Mittelschule, zehn Prozent nur eine Grundschule und neun Prozent gar keine Schule. 31 Prozent seien auf Hochschulen oder beruflichen Bildungseinrichtungen gewesen, 19 Prozent erreichten einen Abschluss. Zudem hätten viele Flüchtlinge berufliche Fähigkeiten durch Berufserfahrung erwerben können: 73 Prozent der Geflüchteten seien vor dem Zuzug nach Deutschland erwerbstätig gewesen, im Durchschnitt 6,4 Jahre.

          Nach Angaben des Leiters des Bundesamtes für Migration (BAMF), Frank-Jürgen Weise seien zwischen September 2015 und September 2016 etwa 50.000 Flüchtlinge in Arbeit gekommen, 30.000 davon seien sogar sozialversicherungspflichtig beschäftigt. „Das sind überwiegend Helfertätigkeiten sowie Beschäftigungen in der Logistik, der Lagereibranche und der Landwirtschaft“, sagte Weise. Einige Flüchtlinge hätten sich auch selbstständig gemacht. Zugleich seien im selben Zeitraum rund 100.000 Schutzsuchende arbeitslos gemeldet gewesen.

          Der BAMF-Chef Weise warnte zugleich davor, auf die mutmaßliche Entspannung der Lage mit einem Personalabbau beim Bundesamt zu reagieren, die er noch bis zum Jahresende leiten wird. Vielmehr sollte der BAMF-Personalbestand von derzeit 6300 Stellen erst einmal für die nächste Zeit beibehalten werden, „damit wir in Ruhe unsere Arbeit machen und die Verfahrensweisen überprüfen können“. Da vielen Flüchtlingen nur ein Schutzstatus auf Zeit gewährt wurde, brauche es zudem ausreichend Personal für die regelmäßigen Überprüfungen.

          In ihren Wertvorstellungen weisen die Flüchtlinge nach Angaben der Studie Gemeinsamkeiten mit der deutschen Bevölkerung auf. So unterstützten 96 Prozent der Befragten  die Aussage, dass „man ein demokratisches System haben sollte“. 92 Prozent sagten, dass „gleiche Rechte von Männern und Frauen“ ein Bestandteil von Demokratien sind. Bei der Aussage „wenn eine Frau mehr Geld verdient als ihr Partner, führt dies zwangsläufig zu Problemen“ zeigten sich jedoch Unterschiede: Während 29 Prozent der Geflüchteten zustimmen, sind es bei der deutschen Vergleichsgruppe 18 Prozent.

          Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagte: „Die zu uns kommenden Menschen sind gerade wegen unserer Werte und Bürger- sowie Minderheitenrechte nach Deutschland gekommen." Zudem gebe es eine
          hohe Zustimmung zu gleichen Rechten für Frauen. „Ich hoffe, dass diese Erkenntnisse zur Versachlichung der Debatte in Deutschland beitragen werden“, sagte Nahles.

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