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Waffenhandel nach Nahost : Saudi-Arabiens steiler Aufstieg als Waffenimporteur

Der Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 mit Wüstencamouflage Bild: dpa

Die neue Studie der Sipri-Forscher listet hohe Zuwachsraten für Rüstungsgeschäfte im Nahen Osten auf. Zwei westeuropäische Länder gehören dabei zu den Hauptexporteuren.

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          Die größten Krisenherde in der Welt treiben die Rüstungsausgaben der betroffenen Länder. Dabei legten im Nahen Osten, in Teilen Afrikas sowie in Asien die Einfuhr von Waffen in jüngster Zeit deutlich zu. Vor allem Saudi-Arabien weist besonders hohe Zuwachsraten auf. Der Wüstenstaat, der über einen jährlichen Rüstungsetat von rund 81 Milliarden Dollar verfügt, steigerte seine Importe zwischen 2011 und 2015 um 275 Prozent, geht aus einem aktuellen Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hervor.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Trotz sinkender Öleinnahmen in dieser Region dürfte sich der Trend fortsetzen: „Eine Koalition arabischer Staaten setzt vor allem aus den USA und Europa stammende Waffen im Jemen ein“, sagte Sipri-Experte Pieter Wezeman.

          Deutschland unter den Top 5

          Saudi-Arabiens steiler Aufstieg im internationalen Waffenhandel hängt mit den wachsenden politischen Spannungen mit seinen Nachbarn wie dem Jemen und Iran zusammen. Gegenwärtig rangiert der Wüstenstaat mit einem Weltmarktanteil von sieben Prozent hinter Indien (Anteil: 14 Prozent) sowie vor China (4,7 Prozent) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (3,8 Prozent) auf Platz zwei der größten Waffenimporteure der Welt. In Asien weisen indessen Indien und Australien jeweils hohe Zuwachsraten ihrer Wehretats auf. So einigten sich die Rüstungseinkäufer aus New Delhi vor wenigen Monaten mit dem französischen Hersteller Dassault, ihre Luftwaffe künftig mit Kampfjets des Typs Rafale auszurüsten. Auch die australischen Militärs wollen ihre U-Boot-Flotte in großem Stil modernisieren. Hierfür steht ein Etat von rund 34 Milliarden Euro, um den sich neben einem Rivalen aus Japan auch die deutschen Hersteller Thyssen Krupp Marine Systems sowie Siemens bemühen.

          In Afrika treten indessen Algerien und Marokko als die größten Waffenimporteure hervor. In die beiden Länder gehen über die Hälfte der Rüstungslieferungen auf den afrikanischen Kontinent. Während die Importe in Algerien zurückfielen, wuchsen sie in Marokko. Trotz der vielen Konflikte in Afrika südlich der Sahara führten diese Staaten aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage nur wenige Waffen ein. Insgesamt stiegen die Importe afrikanischer Staaten nach den Angaben von Sipri um rund ein Fünftel.

          Die größten Waffenexporteure sind dagegen weiterhin in Nordamerika und Europa zu finden. Die Spitzenstellung halten seit Jahren die Vereinigten Staaten, die über den größten Rüstungsetat der Welt verfügen und auch das internationale Waffengeschäft mit einem Anteil von rund 33 Prozent dominieren. Dahinter folgen Hersteller aus Russland (Anteil: 25 Prozent), China (5,9 Prozent), Frankreich (5,6 Prozent) sowie Deutschland (4,7 Prozent). Die fünf größten Exporteure bestreiten gegenwärtig rund drei Viertel aller internationalen Rüstungsexporte.

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