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Studie der Hans-Böckler-Stiftung : Ein Drittel aller Niedriglöhner hat nichts vom Mindestlohn

  • Aktualisiert am

Putzkräfte verdienen häufig wenig Geld. Bild: dpa

Schwarz-Rot diskutiert Ausnahmen vom geplanten Mindestlohn. Sie könnten rund zwei Millionen Menschen betreffen, hat die Hans-Böckler-Stiftung ausgerechnet. Es geht um Rentner, Schüler, Minijobber.

          Die von der großen Koalition diskutierten Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn würden nach einer Analyse der gewerkschaftlichen Böckler-Stiftung rund zwei Millionen Menschen treffen. Das wäre weit mehr als ein Drittel der rund 5 Millionen Menschen in einem Arbeitsverhältnis, die derzeit für einen Stundenlohn von weniger als 8,50 Euro arbeiten, berichtete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Stiftung (WSI) in Düsseldorf.

          Mit Ausnahmen für sogenannte Minijobber, Rentner, Schüler, Studenten und hinzuverdienende Arbeitslose würde der allgemeine Mindestlohn systematisch unterlaufen, so die Kritik. Die deutschen Gewerkschaften, aber auch die SPD will keine oder wenn überhaupt möglichst wenige Ausnahmen vom Mindestlohn.

          Die Union, und dort besonders die CSU, will hingegen (möglichst viele) Ausnahmen schaffen. Kritik an dem Mindestlohn-Vorhaben insgesamt kommt unterdessen von einflussreichen deutschen Ökonomen. Der Vorsitzende des Sachverständigenrates (fünf Weise), Christoph Schmidt, fürchtet beispielsweise, dass der Mindestlohn Hunderttausende Arbeitsplätze kosten könnte.

          Auch amerikanische Wirtschaftsforscher Jonathan Meer und Jeremy West lenkten in einer Studie unlängst den Blick auf eine Frage, die in der aktuellen Mindestlohn-Debatte eher am Rande diskutiert wird. Entscheidend sei nicht nur, wie sich eine Lohnuntergrenze auf bestehende Arbeitsverhältnisse auswirke, sondern auch, wie viele neue Jobs ein Mindestlohn verhindert.

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