https://www.faz.net/-gqe-vx9t

Stromanbieter : Bei einem Wechsel bis zu 400 Euro sparen

  • -Aktualisiert am

Zum 1. Januar steigen die Strompreise im Schnitt um fast sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit dem Wechsel des Anbieters können Verbraucher viel Geld sparen. Klicken Sie sich durch unsere interaktive Grafik - dort finden Sie den günstigsten Anbieter in Ihrer Region.

          2 Min.

          Viele deutsche Stromverbraucher müssen sich zum 1. Januar auf kräftige Strompreiserhöhungen einrichten. Im Durchschnitt steigen die Tarife in der Grundversorgung um 6,6 Prozent gegenüber Anfang 2007 an, hat das Verbraucherportal Verivox errechnet. Ein Durchschnittshaushalt mit 4000 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr zahlt im kommenden Jahr rund 855 Euro an seinen Versorger, rund 50 Euro mehr als im vergangenen Jahr. Einzelne Anbieter wie die Energie- und Wasserversorgung Rheine heben ihre Preise für diese Strommenge im Jahresvergleich sogar um 39 Prozent an. Nach wie vor ist der Strom in Ostdeutschland besonders teuer, dagegen in Bayern und Niedersachsen noch vergleichsweise günstig.

          Immer mehr Verbraucher reagieren inzwischen auf die jüngste Preiswelle mit einem Wechsel ihres Versorgers (siehe auch Strom: Deutsche im Wechselfieber). Das maximale Sparpotential beim Wechsel aus dem Grundversorgungstarif, den immer noch die Mehrheit der Deutschen zahlt, zum günstigsten Anbieter Flexstrom, der in der Regel eine Vorauszahlung verlangt, beträgt in Wolfen in Sachsen-Anhalt 397 Euro, hat Verivox errechnet. Das ist der deutsche Spitzenwert; aber auch im Durchschnitt kann jeder Haushalt in Deutschland 221 Euro im Jahr sparen. Schon ein Drittel aller Stromwechsel auf der Internetseite von Verivox sind Tarife mit Vorauskasse, schätzt Verivox-Sprecherin Dagmar Ginzel. „Die Verbraucher haben sich daran gewöhnt und können inzwischen ausrechnen, ob sich der Wechsel einschließlich Verzinsung lohnt“, sagt Ginzel.

          Selbst Ökostrom ist günstiger

          Wer einen Anbieter mit Vorauskasse scheut, kann bei einem Wechsel zum günstigsten Anbieter ohne Vorauskasse immer noch viel sparen, im bayerischen Markt Lichtenau immerhin 330 Euro. Die Durchschnittsersparnis in Deutschland beträgt 127 Euro. Selbst klimafreundlicher Ökostrom von Anbietern mit strengem Zertifikat, dessen Vergabe an Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien gekoppelt wird, ist in vielen Regionen günstiger als der Strom des Regionalversorgers.

          Das Sparpotential durch einen Anbieterwechsel hat sich noch einmal erhöht, da viele Regionalversorger ihre Preise in diesem Jahr angehoben haben oder zum 1. Januar erhöhen werden, während viele alternative Anbieter wie Flexstrom ihre Tarife konstant gehalten haben. „Wir haben uns den Strom, den wir heute verkaufen, schon 2005 gesichert und können den Preis wahrscheinlich bis Ende 2008 konstant halten“, sagt Flexstrom-Sprecher Dirk Hempel. Nur wenn die Nachfrage der Kunden extrem steige, müsse weiterer Strom zugekauft werden, der eventuell teurer sein könne.

          Garantien lohnen sich nur bei extremen Preissteigerungen

          Die steigenden Beschaffungskosten an der Strombörse Leipzig haben dagegen den Billiganbieter Teldafax gezwungen, seine Tarife zum 1. Januar um rund 18 Prozent anzuheben. „Teldafax war aus ökonomischen Gründen gezwungen, seine Preise zu erhöhen, da der Einkaufspreis für Strom an der Leipziger Strombörse innerhalb der letzten zwei Monate um gut 100 Prozent angestiegen ist“, sagte der Geschäftsführer Klaus Bath.

          Flexstrom hat allerdings vorgesorgt. Das Unternehmen, das inzwischen vier Jahre am Markt ist und mehr als 170.000 Kunden mit Strom beliefert, kauft nur einen kleinen Teil seines Stromes direkt an der Leipziger Strombörse ein. Vorwiegend deckt er seinen Bedarf beim belgischen Unternehmen Electrabel, das seinen Strom in großen Mengen selbst produziert oder importiert.

          Die Preisgarantie, mit der RWE seine Kunden binden will, lohnt sich für die Kunden nur bei weiteren extremen Preissteigerungen, da RWE seine Garantie an den Grundversorgungstarif knüpft, der zum 1. Januar erhöht wurde. Der Wechsel zu einem Billiganbieter lohnt sich daher trotzdem, da auch viele dieser neuen Anbieter eine Preisgarantie für ein Jahr geben - auf deutlich niedrigem Niveau. Denn auf eines müssen sich die Verbraucher einstellen, sagt Ginzel: „Die Strompreise werden weiter steigen.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Jung und Alt in der Krise : Ein Abgrund der Pandemie

          Es ist eingetreten, was befürchtet wurde: Opfer der Corona-Krise sind vor allem die Alten. Die Corona-Politik offenbart ein Verhältnis von Alt und Jung, das zu dieser Tragödie beigetragen hat.
          Ein Pro-Nawalnyj-Demonstrant wird am Samstag in Moskau von Polizisten abgeführt.

          Zahlreiche Festnahmen : Nawalnyj-Proteste erreichen Moskau

          Nach Protesten im Osten Russlands wird nun auch in der Hauptstadt für die Freilassung Alexej Nawalnyjs demonstriert. Die Polizei hat Dutzende festgenommen. Getragen wird der Protest vor allem von jungen Leuten.
          Morgenlicht auf dem Zugspitzmassiv

          Immobilienpreise : Teure Sehnsucht nach dem Bergidyll

          Wohnimmobilien in Skiregionen sind heiß begehrt. Vor allem der deutsche Alpenraum gilt als teuer. Doch international sind die Preise vor allem in der Nähe bekannter Erholungsgebieten noch viel höher.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.