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Streit um Stahl : Zypries an Amerika: „Wir haben erhebliche Bedenken“

  • Aktualisiert am

Brigitte Zypries (SPD) Bild: Reuters

Die deutsche Wirtschaftsministerin macht sich Sorgen, dass Amerika den Handel auch für deutsche Firmen einschränkt. Und sagt, wieso Stahl ein wichtiges Thema ist.

          Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) sorgt sich weiter um die amerikanische Androhung, die Stahleinfuhr auch von deutschen Herstellern zu beschränken. „Wir sehen mit Sorge, dass die Vereinigten Staaten derzeit Schutzmaßnahmen gegen Stahlimporte mit Blick auf die Gefährdung nationaler amerikanischer Sicherheitsinteressen prüfen“, sagte sie kurz vor einer Konferenz mit ihren Kollegen aus den Bundesländern. „Wir haben erhebliche Bedenken gegen solche Überlegungen und das habe ich auch bereits gegenüber dem amerikanischen Handelsminister Wilbur Ross deutlich gemacht.“

          Das Problem der Stahl-Überkapazitäten treffe die europäischen wie die amerikanischen Unternehmen gleichermaßen. Daher wären Abschottungsschritte „in jedem Fall die falsche Antwort“.

          Zypries warnte, solche Beschränkungen seien am Ende auch nicht im Interesse der amerikanischen Firmen. „Das Thema muss vielmehr auf der richtigen Ebene platziert werden und das sind die G20-Staaten“, unterstrich sie. Dort sollte eine gemeinsame Lösung gefunden werden.

          Das Thema Stahl hat auch früher schon die Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer beschäftigt, deren Anführer Ende der nächsten Woche zu ihrem Gipfel in Hamburg zusammen kommen. Die Europäer wie die Amerikaner werfen insbesondere der chinesischen Stahlindustrie schon länger vor, ihre Probleme mit hohen Überkapazitäten dadurch zu lindern, dass sie Stahlprodukte zu Dumpingpreisen auf ihre Märkte drücken.

          „Die Stahlbranche besitzt als Basisindustrie eine besondere Bedeutung für die deutschen Wertschöpfungsketten“, hob Zyries hervor. Sie trage entscheidend zu den Erfolgen der deutschen Automobilindustrie und des Maschinenbaus bei.

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