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Arbeitskämpfe : Wer Kunden hat, der streikt

  • Aktualisiert am

Auch die Busfahrer haben sich vergangene Woche nicht hinters Steuer gesetzt. Bild: dpa

Deutschland streikt kaum noch, sagt die Statistik. Trotzdem fallen immer wieder Züge, Flüge und Mülltouren aus. Dafür gibt es eine einfache Erklärung.

          An Streiks hat in den vergangenen Jahren kein Mangel geherrscht: Lokführer, Erzieher, Krankenhaus-Ärzte, die Müllabfuhr - sie alle wollten höhere Löhne durchsetzen und haben dafür die Arbeit tagelang  niedergelegt. Jetzt müssen sich Millionen von Fluggästen darauf einstellen, am Boden zu bleiben, weil die Piloten von Mittwoch bis Freitag nicht arbeiten wollen. Trotzdem zeigen die offiziellen Statistiken nur wenige Streiks.

          Das ist leicht erklärt. In den Jahren seit der Finanzkrise sind in Deutschland kaum noch Arbeitstage ausgefallen - nicht mal 100.000 im Jahr, wie aus der Streikstatistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Viele Arbeitnehmer haben sich zurückgehalten. Das gilt aber nicht im gleichen Maß für die Branchen, die viel Endkundenkontakt haben - also Deutschland zur Geisel für ihre Lohnforderungen machen können.

          Für die Grafik haben wir grob zwischen Branchen ohne Kundenkontakt und solchen mit Kundenkontakt unterschieden. Als Branchen mit Kundenkontakt galten zum Beispiel Erziehung, Gesundheit, öffentliche Verwaltung, Finanzdienstleistungen, Handel und Verkehr. In diesen Branchen fielen in jedem Jahr seit 2007 ungefähr gleich viele Arbeitstage wegen Streiks (zusammengenommen über alle Arbeitnehmer) aus. Anders in den Branchen ohne Kundenkontakt: Sie haben ihre Streiktätigkeit erheblich eingeschränkt, erst seit 2011 rüsten sie wieder langsam auf.

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