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Strauss-Kahn-Nachfolge : Schwellenländer fordern neue Wahlprozedur

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Christine Lagarde könnte die vorerst letzte Europäerin an der IWF-Spitze werden Bild: dpa

Der IWF-Chefposten wird traditionell mit einem Europäer besetzt. Auch diesmal deutet alles auf die Französin Christine Lagarde hin. Die Regel gehöre abgeschafft, fordern Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika in einer gemeinsamen Stellungnahme.

          Der neue Chef des Internationalen Währungsfonds sollte nach Ansicht von fünf wichtigen Schwellenländern nicht automatisch aus Europa kommen. Eine entsprechende ungeschriebene Regel sollte abgeschafft werden, hieß es in einer in der Nacht zum Mittwoch in Washington veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von fünf IWF-Direktoren aus China, Brasilien, Indien, Südafrika und Russland - den sogenannten Brics-Staaten. Nicht die Nationalität, sondern die Fähigkeiten sollten den Ausschlag geben. Der IWF-Chefposten wurde bislang traditionell mit einem Europäer besetzt.

          Der IWF solle diese „überflüssig“ gewordene Praxis aufgeben: „Die Abmachung, dass die Auswahl des Direktors in der Praxis auf der Basis der Nationalität getroffen wird,
          untergräbt die Legitimität des Fonds.“ Die jüngste Finanzkrise unterstreiche die Notwendigkeit, Entwicklungsländer in die Führung des IWF einzubeziehen, betonte die Gruppe weiter.

          Als klare Favoritin im Rennen um die Nachfolge von Strauss-Kahn gilt dennoch die französische Fiananzministerin Christine Lagarde. Sie könnte noch am Mittwoch offiziell ihre Kandidatur bekanntgeben. Wenige Stunden vor der gemeinsamen Kritik der Schwellenländer hatte die französische Regierung erklärt, dass Lagarde die Unterstützung Chinas habe. Auch die brasilianische Regierung wehrt sich offenbar nicht dagegen. Ein mit der internen Diskussion vertrauter Mitarbeiter der brasilanischen regierung sagte aber, die brasilianische Unterstützung für Lagarde gelte nur bis zum Ende der eigentlichen Amtszeit von Strauss-Kahn. Seine reguläre Amtszeit hätte in 17 Monaten geendet. Brasilien wolle sicherstellen, dass die Schwellenländer künftig für die Wahl der Führungsgremien des IWF mehr Stimmen erhalten. Ziel sei es, das europäische Monopol bei der Besetzung des IWF-Spitzenpostens zu brechen.

          IWF-Sitz in Washington DC

          Der IWF mit Sitz in Washington will bis zum 30. Juni einen Nachfolger für Strauss-Kahn finden, der nach Vergewaltigungsvorwürfen in New York unter Hausarrest steht und als IWF-Chef zurücktrat.

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