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Steuerprozess : Uli Hoeneß’ Angst vor dem Gefängnis

Der Angeklagte: Uli Hoeneß Bild: dpa

Der angeklagte FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß wechselt seinen Strafverteidiger aus. Sein neuer Anwalt hat schon Klaus Zumwinkel vor dem Gefängnis bewahrt.

          Der Frankfurter Strafverteidiger Hanns W. Feigen hat prominente Mandanten: Jürgen Fitschen, Co-Chef der Deutschen Bank, bucht den Anwalt im Kirch-Prozess. Wendelin Wiedeking, Ex-Chef von Porsche, wehrt sich mit Feigen gegen die Stuttgarter Staatsanwaltschaft, die Anklage wegen „informationsgestützter Marktmanipulation“ erhoben hat, demnächst entscheidet das Gericht, ob sie zugelassen wird. Klaus Zumwinkel wurde von Feigen vor dem Gefängnis bewahrt. Der frühere Post-Chef erhielt wegen Steuerhinterziehung nur eine Bewährungsstrafe, obwohl es um 1,2 Millionen Euro gegangen war - ab einer Million, lautet die Faustregel, gibt es bei Steuerdelikten keine Bewährung mehr. Feigen ließ so lange rechnen, bis die Schuld unter die Grenze rutschte.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Im Urteil der Bundesrichter war von Zumwinkels „Lebensleistung“ die Rede. Vor allem an diese Anwaltsleistung wird sich FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß erinnert haben, als er im eigenen Steuerhinterziehungsverfahren nun seinen Anwalt Werner Leitner gegen Feigen austauschte, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

          Der Verteidiger: Rechtsanwalt Hanns W. Feigen

          Hoeneß wolle Geschäft und Privat trennen, Leitner berät auch den FC Bayern - als ob das nicht schon vorher klar war. Der Wechsel zu Feigen trägt eher Züge von Panik. Darauf, dass im März vor dem Oberlandgericht doch das Verfahren gegen ihn eröffnet wird, hatte Hoeneß so reagiert: „Ich bin sehr überrascht.“

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