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Steueraufkommen : Brisante Quote

  • -Aktualisiert am

Der Staat nimmt schleichend immer mehr Steuern ein. Er trifft die Mittelschicht, nicht nur die Gutverdiener. Das muss ein Ende haben.

          Schleichend nimmt der Staat immer mehr von dem, was Bürger und Unternehmen erwirtschaften. Das Steueraufkommen steigt nicht nur absolut, es steigt – Nachkommastelle um Nachkommastelle – auch der Anteil, den die Steuern an der Wirtschaftsleistung ausmachen. Mit 22,3 Prozent erreicht die Steuerquote 2017 einen neuen Rekord.

          Ohne Korrektur geht die staatliche Rekordjagd weiter, obwohl die große Koalition im Bund – anders als viele Landesregierungen – auf Steuererhöhungen verzichtet hat. Doch profitiert der Staat auch von der Progression. Weil die Einkommen real steigen, wachsen immer mehr Steuerzahler in den Spitzenbereich des Tarifs. Er trifft die Mitte, nicht nur die Spitze.

          Stillhalten und genießen, lautete das Motto der Politik bisher, an Ausgabenplänen mangelt es nie. Als Erster hat Finanzminister Wolfgang Schäuble geahnt, dass die Steuerquote ein peinliches Wahlthema werden könnte. Denn nach drei Merkel-Regierungen liegt sie viel höher als am Ende der rot-grünen Schröder-Jahre. So bequemt sich die Union zum Versprechen, die Steuerquote einzufrieren. Das reicht nicht. Umkehr tut not, die Quote muss sinken, will Deutschland eine starke Marktwirtschaft bleiben.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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