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Geldpolitik : Euro-Anstieg wird für die EZB immer relevanter

  • Aktualisiert am

Der Neubau der EZB glänzt im Frankfurter Abendlicht. Bild: dpa

Der Kurs des Euro steigt - die Gemeinschaftswährung ist fast 1,40 Dollar wert. Die Notenbank-Direktoren verfolgen das genau: Ein weiterer Anstieg passt ihnen schlecht ins Konzept.

          Für die Europäische Zentralbank (EZB) ist der Kursanstieg des Euro offenbar zunehmend brisant. Wegen der niedrigen Teuerung werde die Aufwertung der Gemeinschaftswährung immer relevanter, wenn es darum gehe die Stabilität des Preisniveaus zu beurteilen, sagte Notenbank-Präsident Mario Draghi in Wien. Ähnlich hatte sich zuvor der deutsche Bundesbank-Präsident Jens Weidmann geäußert. Er hatte gesagt, die Aufwertung des Euro könne zu einer Veränderung der Teuerungserwartung führen und müsse deshalb fpr die Geldpolitik berücksichtigt werden.

          Der Euro hatte sich zuletzt bis auf fast 1,40 Dollar verteuert. Dies verteuert für sich genommen Exporte aus dem Euroraum und könnte die sich gerade langsam erholende Wirtschaft bremsen - mit der Folge, dass der Preisanstieg noch tiefer unterhalb den von der EZB angestrebte Inflations-Zielwert von nahe 2 Prozent fällt. Eine echte Deflation, also sinkende Preise auf breiter Front, erwartet der Zentralbankchef aber nach wie vor nicht. Er bezeichnete dieses Risiko als „sehr limitiert“.

          Diese Einschätzung hatten die EZB-Oberen auch in der vergangenen Woche vorgebracht, als sie den Leitzins auf dem rekordniedrigen Niveau von 0,25 Prozent beließen. Draghi warnte allerdings, je länger die Teuerung niedrig bleibe, desto größer würden die Risiken. Die EZB sei deshalb jederzeit bereit einzuschreiten. „Sollten die Teuerungserwartungen sich aus ihrer Verankerung lösen, würde das mit zusätzlichen geldpolitischen Maßnahmen beantwortet.“

          Das von der EZB vergangene Woche wiederholte Versprechen, die Zinsen noch eine längere Zeit auf dem niedrigen Niveau zu belassen oder sogar noch weiter zu senken, wirkt laut Draghi wie eine zusätzliche geldpolitische Lockerung. „Dies sollte die Nachfrage nach Krediten unterstützen und einen sich selbst verstärkenden Kreislauf von höheren Investitionen, steigendem Konsum, Wachstum und einem leicht anziehenden Preisniveau in Gang setzen.“

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