https://www.faz.net/-gqe-re0t

Statistisches Bundesamt : Autobahnen sind 52,5 Milliarden Euro wert

  • Aktualisiert am

Attraktives Anlageobjekt? Bild: dpa/dpaweb

Am Wochenende hatte der designierte Finanzminister Steinbrück einen Verkauf der Autobahnen ins Gespräch gebracht. Experten bezifferten den Wert auf über 100 Milliarden Euro. Das Statistische Bundesamt rechnet nur mit der Hälfte.

          1 Min.

          Für die Debatte um einen möglichen Verkauf der deutschen Autobahnen hat das Statistische Bundesamt am Freitag eine Zahl geliefert: Demnach betrug der Zeitwert der Autobahnen zu Beginn dieses Jahres 52,5 Milliarden Euro.

          Der Wert des dazugehörigen Grund und Bodens ist dabei nicht eingerechnet. Der Wert aller Straßen belief sich demnach auf 240,7 Milliarden Euro. Vor zehn Jahren waren die Autobahnen demnach nur 45,4 Milliarden Euro wert, 1991 waren es 37,8 Milliarden.

          Kritik an Steinbrücks Vorschlag

          Der designierte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte am vergangenen Wochenende eine Debatte über einen Autobahnverkauf in Deutschland angestoßen. Er war mit seinen Überlegungen aber auf massive Kritik gestoßen.

          Erläuternd teilte das Statistische Bundesamt mit, daß im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) auch der Wert der Straßen nach einer international empfohlenen Methode berechnet werde. Dabei werde davon ausgegangen, daß sich der heutige Wert aus den Investitionen der Vergangenheit zusammensetze. Grund und Boden zählen demnach zu einer anderen Kategorie von Vermögensgütern, deren Wert nur in größeren Zeitabständen ermittelt werde.

          Fachleute rechnen mit mehr als 100 Milliarden Euro

          Nach Steinbrücks Vorschlag hatten sich mehrere Fachleute zu Wort gemeldet, die den Wert der Autobahnen wesentlich höher ansetzen als das Statistische Bundesamt. „Ein Verkauf kann dem Bund 100 Milliarden Euro in die Kassen spülen“, sagte Friedrich Steiger vom Verband Unabhängig Beratender Ingenieure und Consultants (Vubic) zu Wochenbeginn.

          Das Beratungsunternehmen Prognos kam sogar auf 127 Milliarden Euro. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) errechnete für Autobahnen und Bundesstraßen zusammen 213 Milliarden Euro (siehe auch: Unionspolitiker gegen Verkauf der Autobahnen).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wahlkampfmobil: Die CDU-Kandidatin Caroline Lünenschloss verteilt in Wuppertal Flyer an ihre Helfer.

          Junge Kandidatinnen : Sie wollen einen neuen Sound im Bundestag

          Die deutsche Politik wird zu sehr von den Alten bestimmt, heißt es. Machen die Jüngeren überhaupt so viel anders? Unterwegs mit Caroline Lünenschloss, Jamila Schäfer und Jessica Rosenthal – dem Nachwuchs von CDU, Grünen und SPD.
          Vor einem Jahr: Demonstranten gegen Lukaschenko im Zentrum von Minsk im August 2020

          Lukaschenko-Gegner in Minsk : Im Land der Verschwörer

          Der nationale Aufbruch in Belarus wird vom Regime Alexandr Lukaschenkos brutal unterdrückt. Doch aufgegeben haben seine Gegner nicht. Ein Besuch in der Hauptstadt Minsk.
          Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro grüßt am Dienstag Anhänger in New York.

          UN-Vollversammlung : Brasilien zeigt der Welt den Mittelfinger

          Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hält in New York eine verstörende Rede und lacht den britischen Premierminister Boris Johnson aus. Noch grotesker ist ein Auftritt seines Gesundheitsministers – der nun in Quarantäne muss.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.