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Staatsanleihen : Amerika schuldet China mehr Geld als angenommen

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Wichtige Währungen: Der chinesische „Yuan” (oben) und der amerikanische „Dollar” Bild: dpa

Die Vereinigten Staaten schulden der Volksrepublik weit mehr Geld als bislang angenommen. Nach deutlich revidierten Angaben des amerikanischen Finanzministeriums hielt China am Jahresende amerikanische Staatsanleihen im Wert von 1,16 Billionen Dollar. China ist damit der größte ausländische Gläubiger der Vereinigten Staaten.

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          Die Vereinigten Staaten stehen bei China deutlich stärker in der Schuld als bisher angenommen. Insgesamt hält die Volksrepublik gut ein Drittel mehr amerikanischer Staatsanleihen als noch vor wenigen Wochen veranschlagt. Das teilte das amerikanische Finanzministerium in der Nacht zum Dienstag mitteilte. Grund ist, dass China Staatsanleihen in großem Volumen auch außerhalb der Vereinigten Staaten am Markt kauft. Damit sind die beiden wirtschaftlichen Supermächte enger miteinander verbunden als bisher angenommen.

          Die Vereinigten Staaten sind auf das China-Geld angewiesen, um ihr ausuferndes Staatsdefizit zu finanzieren. China wiederum muss Dollar-Papiere in großem Volumen kaufen, um den Wechselkurs seiner Landeswährung Yuan niedrig zu halten. Mit 1,16 Billionen Dollar hielt im Dezember kein Land mehr amerikanische Papiere als China.

          Das amerikanische Finanzministerium korrigierte seine Zahlen, um auch die im Ausland erworbenen Staatsanleihen richtig zuzuordnen. Vor allem in Großbritannien ging China auf Einkaufstour: Entsprechend wurde der Wert der amerikanischen Papiere in britischem Besitz um 269,2 Milliarden Euro nach unten berichtigt, die Anleihen werden nun China zugeordnet. „Bislang haben wir nur vermutet, dass China in Großbritannien zukauft, jetzt haben wir die Bestätigung“, sagte Alan Ruskin, Wechselkursstratege bei der Deutschen Bank. Das deute an, dass China stärker als bisher angenommen bereit sei, die Schulden der Amerikaner zu finanzieren. Umgekehrt seien die Vereinigten Staaten damit noch stärker von China abhängig. Die Volksrepublik verfügt mit ihren Beständen an amerikanischen Staatspapieren über ein Druckmittel, die Regierung in Washington zu einer vorsichtigen Haushaltspolitik zu bewegen.

          Chinas Außenministerium betonte, das Land halte an der Strategie fest, die Währungsreserven stärker zu streuen. Eine Stellungnahme zu den jüngsten Daten lehnte das Ministerium jedoch ab. China kontrolliert den Kurs seiner Landeswährung Yuan und erlaubt nur eine zögerliche Aufwertung. Das bedeutet, dass die Regierung in Peking amerikanische Wertpapiere kaufen muss, um so den Wert der eigenen Währung zu drücken. Seit Juni 2010 hat der Yuan lediglich 3,8 Prozent an Wert gewonnen, vor allem amerikanische Politiker gehen aber davon aus, dass der Yuan immer noch deutlich unterbewertet ist. Sie werfen der Regierung in Peking vor, so den chinesischen Exporteuren ungerechtfertigte Vorteile am Weltmarkt zu verschaffen. Allerdings steigen die Verbraucherpreise in China derzeit wegen der teureren Ölpreise spürbar. Es wird daher mit einer stärkeren Aufwertung des Yuan gerechnet, um diese importierte Inflation zu bekämpfen.

          Insgesamt standen die Vereinigten Staaten im Ausland am 30. Juni 2010 mit 10,7 Billionen Dollar in der Kreide, gut elf Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Zu dem Zeitpunkt befand sich die Schuldenkrise in Europa auf einem Höhepunkt, und viele Investoren flüchteten sich in die als sicher wahrgenommenen amerikanischen Staatsanleihen.

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