https://www.faz.net/-gqe-85emr

Staatliche Zulage : Vor allem Reiche kassieren Riester-Förderung

  • Aktualisiert am

Senioren in Eberswalde. Vor allem Reiche kassieren Riester-Förderung, zeigt eine Studie des DIW. Bild: ZB

Eigentlich sollte die staatliche Riester-Zulage gerade Klein- und Mittelverdienern zugute kommen. Davon profitieren aber offenbar zu einem großen Teil andere.

          1 Min.

          Ein großer Teil der staatlichen Riester-Fördergelder landet bei Personen mit deutlich überdurchschnittlichem Einkommen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Freien Universität Berlin (FU), die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorab vorliegt. „38 Prozent der Gesamtförderung entfallen auf die oberen zwei Zehntel der verfügbaren Einkommen in der Gesamtbevölkerung", errechneten Carsten Schröder (DIW), Johannes König und Giacomo Corneo (beide FU) aus Statistiken der deutschen Bundesbank.

          Von den 2,79 Milliarden Euro Fördergeld, die der Staat im Jahr 2010 - auf das sich die Studie bezieht - ausgeschüttet hat, entfielen damit mehr als 1 Milliarde Euro auf Haushalte, die mehr als 60.000 Euro Nettoeinkommen im Jahr erzielen. Auf die unteren beiden Zehntel der Einkommensbezieher entfielen demnach nur 7 Prozent der Gesamtfördersumme.

          Das Ergebnis ist insofern erstaunlich, als die staatliche Riester-Zulage (154 Euro für eine Einzelperson im Jahr) gerade auch Klein- und Mittelverdienern zugute kommen sollte. „Man braucht aber offenbar ein gewisses Einkommen, um sich die Teilnahme an der Riester-Rente überhaupt leisten zu können", sagt FU-Ökonom König.

          Die Studie ist ein weiteres negatives Zeugnis für die Riester-Rente. Forscher hatten in der Vergangenheit bereits festgestellt, dass Menschen trotz der staatlichen Förderung nicht wie erhofft mehr sparen. „Es hat sich empirisch mehrfach gezeigt, dass die Sparneigung gleich bleibt - nur, dass ein Teil der Summe nun vom Staat aufgebracht wird."

          Weitere Themen

          Siemens Energy mit verhaltenem Börsen-Debüt Video-Seite öffnen

          Fokus nötig : Siemens Energy mit verhaltenem Börsen-Debüt

          Die Siemens AG konzentriert sich nach der Abspaltung der Energie-Sparte mit den verbleibenden 240.000 Mitarbeitern auf ihre margenstarken Geschäfte mit der Automatisierung von Anlagen und ganzen Fabriken, auf digitale Gebäudetechnik und auf Züge. Der erste Aktienkurs von Siemens Energy wurde am Montag mit 22,01 Euro festgestellt.

          Topmeldungen

          Steuern des Präsidenten : Wie viel Geld hat Trump noch?

          Donald Trump soll in den vergangenen Jahren kaum Steuern gezahlt haben. Trotzdem gehe es ihm finanziell nicht gut, heißt es in einem Medienbericht. Er habe Hunderte Millionen Dollar Schulden – und es könnten noch mehr werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.