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Smartphones in der Schule : Spicken mit dem Handy

Viele Schüler fotografieren mit ihrem Mobiltelefon Tafelbilder ab. Bild: dpa

Neun von zehn Schülern bringen ihr Telefon in die Schule mit. Eine Umfrage zeigt, wozu sie es im Schulhaus nutzen.

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          Viele Schulen sehen sich als streng handyfreie Zone. Schon Lehrer werden schief angeschaut, wenn im Unterricht ihr Mobiltelefon klingelt. Schülern ist die Nutzung häufig komplett untersagt. Was Kinder und Jugendliche freilich nicht davon abhält, ihr Gerät trotzdem mit in die Schule zu bringen – und es nicht nur zum Telefonieren einzusetzen, sondern auch für weitaus zweifelhaftere Aktivitäten.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dass praktisch alle Jugendlichen über ein eigenes Internethandy verfügen, hat vor kurzem eine Untersuchung des Hightech-Verbands Bitkom gezeigt. Schon für die Zwölf- bis 13-Jährigen gehört demnach ein Smartphone zur Standardausstattung. Der Verbreitungsgrad in dieser Altersgruppe liegt bei 84 Prozent. Eine neue Umfrage kommt nun zum Schluss, dass fast alle – nämlich 92 Prozent der Befragten – ihr Handy auch in die Schule mitbringen.

          Das Gerät bleibt dabei keineswegs in der Büchertasche, sondern wird eifrig genutzt. Und zwar auch für Aktivitäten, die den Pädagogen kaum gefallen dürften. 87 Prozent aller Schüler hören Musik. Drei Viertel (74 Prozent) fotografieren mit ihrem Mobiltelefon Tafelbilder ab. Mehr als jeder Zweite (56 Prozent) sucht während des Unterrichts im Internet nach Informationen zum Lehrinhalt.

          Sehr häufig ist das Gerät auch im Einsatz, um mit anderen Schülern zu chatten (70 Prozent) oder um neue Nachrichten in sozialen Netzwerken zu lesen (45 Prozent). Jeder Dritte schaut sich in der Schule Videos an, jeder Vierte spielt in den Pausen auf dem Gerät. Nur jeder Fünfte nutzt sein Mobiltelefon in der Schule zum Telefonieren. Und immerhin jeder zehnte Schüler gibt zu, dass er mit Hilfe seines Handys oder Smartphones versucht, bei Klassenarbeiten zu schummeln.

          Während der Abiturprüfung müssen die Handys vorne auf den Tisch.

          „Smartphones gehören zum Alltag von Schülern und sind damit natürlich auch ein Teil der Schule“, kommentierte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg die Ergebnisse. Umso wichtiger sei es, Schülern Medienkompetenz zu vermitteln, damit die Geräte auch im Unterricht sinnvoll genutzt würden. Voraussetzung dafür sei, dass Lehrer geschult würden und mit neuen Technologien umgehen könnten. Noch sieht die Wirklichkeit in deutschen Schulen anders aus. Wie die Umfrage ebenfalls ergab, setzt die Mehrheit auf ein Handy-Verbot. Zwei Drittel aller Schüler gaben an, dass die Nutzung während des Unterrichts untersagt ist.

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