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SPD-Kommentar : Vernünftige Sozialdemokraten

Die SPD hat es nicht leicht im Wahlkampf. Doch aus ihrem Parteitag hat sie das Beste gemacht: Geschlossenheit und Kampfesmut gezeigt.

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          Die große Schwierigkeit der SPD in diesem Wahlkampf liegt darin, dass es hierzulande derzeit keine große Sehnsucht nach Veränderung gibt. Die wirtschaftliche Lage ist solide, und auch die rauen Verhältnisse der Weltpolitik fördern eher den Wunsch nach Stabilität. Das macht es der Union leicht, sich mit Reformideen zurückzuhalten, sie stellt ja schon die Kanzlerin.

          Der SPD bleibt diese Taktik dagegen verwehrt. Denn sie will ja einen sichtbaren Machtwechsel erreichen, anstatt sich vornherein als Juniorpartner einer neuen großen Koalition zu bewerben. Unter diesen Umständen hat sie aus ihrem Parteitag das Beste gemacht: Sie hat Geschlossenheit und Kampfesmut gezeigt. Und sie hat der Versuchung widerstanden, mit ihrem Programm demonstrativ weiter nach links zu rücken.

          Sie positioniert sich mit ihrem Steuer- und Rentenkonzept links der Mitte, wahrt aber deutlich Distanz zur Linkspartei. Der Beinahe-Wahlsieg des Altlinken Jeremy Corbyn in Großbritannien ist für die SPD eben auch keine Blaupause – nicht zuletzt, weil sie in der großen Koalition daran mitgewirkt hat, dass es heute in Deutschland weniger Sehnsucht nach Veränderungen gibt als in Großbritannien.

          SPD-Parteitag : Schulz: „Substanz des Staates nicht kaputtsparen“

          Dietrich Creutzburg
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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