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Integration in Arbeitsmarkt : SPD fordert von Großkonzernen mehr Jobs für Flüchtlinge

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SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Oppermann fordert von den DAX-Konzernen „konkrete Zusagen“. Bild: dpa

Die großen Unternehmen sollten sich an Handwerk und Mittelstand ein Vorbild nehmen, so SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. In der Wirtschaft verweist man vor allem auf ein Kernproblem.

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          Die SPD im Bundestag hat die großen Konzerne in Deutschland aufgefordert, rasch mehr Lehrstellen und Jobs für Flüchtlinge bereitzustellen. Fraktionschef Thomas Oppermann sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, er erwarte, „dass die Vorstände der Dax-Konzerne beim geplanten Treffen mit der Bundeskanzlerin konkrete Zusagen machen“.

          Viele Unternehmenschefs hätten „vor einem Jahr die Ankunft der Flüchtlinge als eine Chance für unsere Gesellschaft begrüßt“, sagte Oppermann. „Ich erwarte jetzt, dass diesen Worten auch Taten folgen.“ Die Dax-Konzerne sollten sich dabei die Handwerksbetriebe und die mittelständische Wirtschaft zum Vorbild nehmen, „die sich in besonderer Weise anstrengen“.

          Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, wies Vorwürfe zurück, wonach sich die Wirtschaft nicht genügend für die Flüchtlingsintegration engagiere. „Die Integration von Flüchtlingen ist ein langer Weg, darüber muss sich auch die Politik im Klaren sein“, sagte Schweitzer der „Saarbrücker Zeitung“ .

          Sprache als Kernproblem?

          Von dem Tag, an dem ein Flüchtling deutschen Boden betrete, bis zu dem Punkt, wo er in der Lage sei, eine Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung anzufangen, vergingen durchschnittlich zwei Jahre, gab der Verbandschef zu bedenken. Kernproblem seien die fehlenden Sprachkenntnisse. Der Spracherwerb brauche Zeit. „Deshalb gehen auch Vorwürfe ins Leere, die den Betrieben hier zu wenig Engagement unterstellen“, sagte Schweitzer.

          Bislang bieten viele große Arbeitgeber kaum Jobs für Flüchtlinge. Die 30 größten Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) hatten nach einer im Juli veröffentlichten Umfrage der F.A.Z. nur 54 Flüchtlinge eingestellt - davon 50 alleine die Deutschen Post.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel will am 14. September mit führenden Wirtschaftsvertretern darüber sprechen, wie Flüchtlinge besser in Arbeit gebracht werden können.
           

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