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Sparlampen werden Pflicht : Die 100-Watt-Birne stirbt zuerst

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Das Verbot der Glühbirne kommt schrittweise Bild: picture-alliance/ dpa

Das Ende der Glühbirne in Europa ist besiegelt. Jetzt wurde auch der Zeitplan beschlossen: Am 1. September 2009 wird zunächst der Verkauf von 100-Watt-Birnen untersagt. Bis September 2012 werden dann schrittweise alle Glühbirnen vom Markt genommen.

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          Energiesparlampen oder Halogen- und LED-Leuchtmittel sollen statt der Birnen mit Glühdraht in den europäischen Haushalten Einzug halten. Herkömmliche Glühbirnen verschwinden bis 2012 vollständig aus den Läden. Darauf einigten sich Experten der 27 EU-Staaten am Montag nach Diplomatenangaben in Brüssel. Am 1. September 2009 wird zunächst der Verkauf von 100-Watt-Birnen untersagt. Bis zum 1. September 2012 werden dann schrittweise alle Glühbirnen vom Markt genommen. Dem Beschluss des Regelungsausschusses müssen noch Europaparlament und Ministerrat zustimmen.

          Ein durchschnittlicher Haushalt kann durch das Austauschen nach Angaben der EU-Kommission im Jahr 50 Euro Kosten sparen - die teureren Anschaffungskosten schon eingerechnet. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt das Produktverbot und fordert dies auch für "Energiefresser" wie Heizpilze, Nachtspeicherheizungen oder Standby-Schaltungen. Verbessert werden müssten die Rückgabemöglichkeiten für ausgediente Lampen.

          Osram: Glühbirnen machen nur 5 Prozent des Umsatzes

          Die Siemens-Lichttechniktochter Osram rechnet nicht mit einem Wegfall von Stellen im Unternehmen. Von den 12.000 Osram-Beschäftigten seien nur noch rund 850 in der Fertigung von herkömmlichen Glühbirnen tätig. Die Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen, Frankreich und der Slowakei würden in der Produktion von anderen Produkten eingesetzt. „Es ist geplant, die Fertigungen umzustellen und Mitarbeiter umzuschulen“, sagte ein Siemens-Sprecher.

          „Die Glühlampe ist wegen ihrer geringen Effizienz ein Auslaufmodell“, erklärte Osram-Chef Martin Goetzeler am Montag. Lediglich noch fünf Prozent des Umsatzes mache sein Haus mit Glühbirnen. Nach Konzernangaben macht die Lampenindustrie noch immer ein Viertel ihres Privatkundenumsatzes von 1,3 Milliarden Euro in Europa mit Glühbirnen. Mit der EU-Entscheidung beschleunige sich das Absatzwachstum von Energiesparlampen und LEDs.

          Politik kann „keine Polizisten in jede Wohnung schicken“

          Bundeswirtschaftsminister Michael Glos betonte, die Nutzung der Glühbirnen solle allmählich auslaufen: „Ich glaube nicht, dass die Umwelt gerettet wird, indem man etwas einfach ausknipst.“ Die Politik könne auch „keine Polizisten in jede Wohnung schicken“, sagte Glos.

          Den Grundsatzbeschluss zur Abschaffung stromfressender Glühlampen hatten Europas Staats- und Regierungschefs unter deutschem Vorsitz bei ihrem Gipfeltreffen im März 2007 getroffen. Seither arbeiteten Fachleute an Einzelheiten der entsprechenden Regelung.

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