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Sozialtransfer : Weniger Deutsche erhalten Wohngeld

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Rund 1,5 Prozent aller Haushalte erhalten Wohngeld Bild: AP

Wohngeld wird an Geringverdiener und Rentner gezahlt, bei denen das Einkommen für eine angemessene Wohnung nicht reicht. Seit der Hartz-IV-Reform bekommen Empfänger anderer Transferleistungen kein Wohngeld mehr, ihre Wohnkosten werden aber bei den Sozialleistungen berücksichtigt. Das macht sich nun in der Statistik bemerkbar.

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          In Deutschland haben 2007 deutlich weniger Menschen Wohngeld erhalten. Insgesamt wurde der Zuschuss an etwa 580.000 Haushalte gezahlt, das sind 12,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Ende 2007 bezogen damit 1,5 Prozent aller Haushalte die Unterstützung für ihre Wohnkosten.

          Dabei zeige sich ein Ost-West-Gefälle: In Westdeutschland erhielten 1,3 Prozent Wohngeld, in Ostdeutschland waren es mit 2,4 Prozent fast doppelt so viele. Im Ländervergleich wiesen Mecklenburg-Vorpommern (3,2 Prozent) und Sachsen (2,9 Prozent) die höchsten Anteile von Wohngeldempfängern auf. Am niedrigsten war der
          Anteil in Bayern (0,9 Prozent) und in Hessen (1,0 Prozent).

          88 Euro monatlich im Schnitt

          Wohngeld wird an Geringverdiener und Rentner gezahlt, bei denen das Einkommen für eine angemessene Wohnung nicht reicht. Dabei können sowohl Mieter als auch Eigentümer die Unterstützung bekommen. Mieter erhalten das Wohngeld als Mietzuschuss, selbst nutzende Eigentümer erhalten Lastenzuschuss. Im Schnitt liegt der Anspruch nach Berechnungen der Statistiker bei 88 Euro im Monat; Mieter erhielten 85 Euro, Eigentümer 117 Euro. Über die Hälfte aller Wohngeldempfänger lebt allein.

          Empfänger von staatlichen Transferleistungen wie Arbeitslosengeld II oder der Grundsicherung im Alter bekommen dagegen seit einer Reform 2005 kein Wohngeld mehr, ihre Wohnkosten werden bei den Sozialleistungen berücksichtigt. Insgesamt zahlten Bund und Länder 924 Millionen Euro für die Unterstützung, gut ein Fünftel weniger als 2006. Vor der Reform waren es noch 5,18 Milliarden Euro.

          Gesamtausgaben für Wohngeld: knapp eine Milliarde Euro

          Im Sommer hatte der Bundesrat eine Erhöhung des Wohngeldes beschlossen (siehe auch Bundestag billigt Wohngelderhöhung). Die Unterstützung für Geringverdiener und Rentner steigt dabei um etwa 60 Prozent auf durchschnittlich 140 Euro monatlich. Zudem werden die Heizkosten mit einem Pauschalbetrag berücksichtigt.

          Die Gesamtausgaben für das Wohngeld betrugen im Jahr 2007 bundesweit rund 924 Millionen Euro; dies entspricht einem Rückgang um 20,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2004, dem Jahr vor der Reform, beliefen sich die Ausgaben für das Wohngeld noch auf 5,18 Milliarden Euro.

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