https://www.faz.net/-gqe-8buff

Soziale Sicherung : Telekom-Chef für bedingungsloses Grundeinkommen

  • Aktualisiert am

Timotheus Höttges ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. Bild: dpa

Timotheus Höttges hält ein bedingungsloses Grundeinkommen für eine Möglichkeit, auf die zunehmende Digitalisierung zu reagieren. Und er weiß auch schon, wer das bezahlen könnte.

          Angesichts der durch die digitale Revolution bevorstehenden grundlegenden Veränderungen von Gesellschaft und Arbeitswelt fordert Telekom-Chef Timotheus Höttges „unkonventionelle Lösungen“, um die Sozialsysteme zu erhalten. „Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann eine Grundlage sein, um ein menschenwürdiges Leben zu führen“, sagte er der „Zeit“ und fügte hinzu: „Es geht um die Frage, wie wir ein faires System für eine Welt von morgen schaffen.“

          Mit Blick auf den möglichen Wegfall von Arbeitsplätzen fordert Höttges: „Wir müssen unsere Gesellschaft absichern.“ Das Grundeinkommen könne eine Lösung dafür sein - „nicht heute, nicht morgen, aber in einer Gesellschaft, die sich durch die Digitalisierung grundlegend verändert hat“.

          Finanziert werden könne dieser Schritt durch die Besteuerung der Gewinne großer Internetkonzerne. „Wenn Produktivität zukünftig vor allem an Maschinen und die Auswertung von Daten gekoppelt ist, könnte die Besteuerung stärker auf den darauf beruhenden Gewinnen aufbauen und weniger auf der Einkommensteuer des Einzelnen“, so Höttges.

          „Die Gewinnbesteuerung ist wahrscheinlich der richtige Weg“, meinte der Telekom-Chef. Eine Besteuerung von Daten erscheine im Vergleich weniger praktikabel zu sein, und eine Besteuerung der Maschinen, die Produktivitätssteigerungen garantieren, würde dazu führen, dass vielleicht weniger Maschinen genutzt würden als technisch sinnvoll wäre.

          Allerdings, so räumte Höttges ein: „Die Besteuerung großer Internetkonzerne fällt uns heute schon schwer, weil die ihre Plattformen irgendwo auf der Welt errichten.“

          Eine ganz andere Frage ist freilich, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen tatsächlich realisiert werden könnte. Dabei geht es nicht nur darum, dass es mindestens in einer Übergangsphase viel Geld kostet, sondern auch, wie die Menschen darauf wirklich reagieren.

          Weitere Themen

          Stellensuche per Google Video-Seite öffnen

          Digitale Jobsuche : Stellensuche per Google

          Auch in Deutschland sollen Arbeitsuchende jetzt auch auf Google zurückgreifen können: Der Internetgigant hat in Berlin seine neue Stellensuche-Funktion vorgestellt. In vielen anderen Ländern gibt es das Angebot bereits.

          Atempause im Huawei-Streit Video-Seite öffnen

          Wall Street : Atempause im Huawei-Streit

          Die Wall Street in New York schloss am Dienstag Ortszeit im Plus. Grund dafür war auch, dass Amerika sein Geschäftsverbot für Huawei am Dienstag für 90 Tage aussetzte.

          Topmeldungen

          Wer drehte das Ibiza-Video? : Ein Wiener Anwalt und seine Mandanten

          Das heimlich aufgenommene Video, das die FPÖ-Politiker Strache und Gudenus die Karriere kostete und Österreichs Regierung zu Fall brachte, läuft inzwischen unter dem Rubrum „Ibiza-Gate“. Die Hinweise auf Mittelsmänner verdichten sich.
          Neue Zeugenaussage: Peter Kohl, Sohn des Altkanzlers, hat heute vor dem Kölner Landgericht ausgesagt.

          Vermächtnis Helmut Kohls : Vertrauten reicht ein Ehrenwort

          Der Rechtsstreit um Helmut Kohls mündliches Vermächtnis geht mit einer Zeugenaussage seines Sohnes Peter in die nächste Runde. Seit Jahren geht die Witwe des Altkanzler gegen die Veröffentlichung seiner Memoiren vor. Warum?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.