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Kommentar : Genosse der Autobosse

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Der SPD-Vorsitzende Gabriel hat für die gewinnstarken Autokonzerne ein Geschenk durchs Kabinett gedrückt. Ob sich das im Wahlkampf auszahlt?

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          Nun darf sich auch Sigmar Gabriel mit dem Titel „Genosse der Autobosse“ schmücken. Ob sich das im Wahlkampf auszahlt? Der SPD-Vorsitzende und Bundeswirtschaftsminister hat den von den Chefs der gewinnstarken Autokonzerne erbettelten „Umweltbonus“ im Kabinett durchgedrückt. Mit einer Milliarde Euro Steuergeld bezuschusst die große Koalition bald den Absatz von Elektroautos, die bislang aus gutem Grund Ladenhüter bleiben, weil sie zu teuer sind und viel zu wenig bieten, um für ein mobiles Massenpublikum attraktiv zu sein.

          Bis heute ist auch nicht ganz klar, ob die deutsche Autoindustrie wirklich an diese Technologie glaubt. Täte sie das, wäre es ihr ein Leichtes, die Milliarde aus eigener Tasche aufzubringen und den Wettbewerb um den Kunden ernstlich aufzunehmen.

          Doch an die Elektroautos glaubt hierzulande vor allem die Politik, schon weil ihre Klimastrategie nicht aufgeht, wenn der Autoverkehr nicht bald weniger CO2 ausstößt. Wann immer der Staat meint, besser als der Markt zu wissen, wo die Zukunft liegt, wird es teuer für die Steuerzahler. Die Milliarde dürfte nicht das letzte Wort sein, wenn die Politik verzweifelt versucht, recht zu behalten. Das weiß auch die Autoindustrie.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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