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Schwellenländer : Indiens Zentralbankchef beschwert sich beim Westen

  • Aktualisiert am

Raghuram Rajan Bild: REUTERS

Raghuram Rajan leitet Indiens Notenbank und ist einer der angesehensten Ökonomen der Welt. Er verlangt wegen der Währungs-Turbulenzen mehr geldpolitische Zusammenarbeit - vor allem von den Industrieländern.

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          Zu den Schwellenländern, die derzeit eifrig versuchen, ihre Währungen zu stabilisieren, gehört auch Indien. Dessen Zentralbankchef Raghuram Rajan beschwert sich nun beim „Westen“. Die Industrieländer dürften die ganze Anpassungs-Arbeit nicht nur ihm und den anderen Notenbanken der betroffenen Länder überlassen. Er verlangt, dass sich die großen Zentralbanken der Welt - in den Schwellenländern und den Industrieländer - abstimmen und gemeinsam die Devisenmarkt-Turbulenzen in den Griff bekommen.

          Er führt vor allem ein Argument ins Feld: Als die Industrieländer den Wirtschaftseinbruch infolge der Finanzkrise überwinden mussten, hätten die aufstrebenden Volkswirtschaften auch durch entsprechende Wachstumsprogramme geholfen. Die Industrieländer sollten sich sozusagen nun revanchieren und die Probleme Indiens, der Türkei & Co. nicht einfach ignorieren.

          Die besondere Rolle der amerikanischen Notenbank

          „Die Schwellenländer haben mit großen fiskalischen und geldpolitischen Stimuli versucht, die Weltwirtschaft zu stützen“, sagte Rajan - würden die Industrieländer nun nicht helfen, “könnten wir zu Anpassungen gezwungen sein, die sie nicht mögen“.

          Ohne sie explizit zu erwähnen, dürfte Rajans Kritik vor allem auf die amerikanische Zentralbank Federal Reserve zielen. Die Fed führt gerade ihr gigantisches Lockerungsprogramm (“QE“) schrittweise zurück und setzt damit die Währungen etwa Indiens, Südafrikas und der Türkei unter Druck - weil sie in dynamischer Betrachtung den Dollar relativ knapper macht.

          Die Geldpolitiker der Schwellenländer erwarten nun, wie sich am Beispiel Rajans zeigt, dass die Fed das Tempo und den Umfang mit ihnen (besser) abstimmt. „Wir brauchen eine besser Kooperation.“ Rajans Stimme hat dabei nicht nur Gewicht, weil er die indische Zentralbank leitet. Er gilt zugleich als einer der bedeutendsten Finanzexperten weltweit und war auch schon Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds.

          Ohnehin stehen die aktuell betroffenen Schwellenländer-Zentralbanker nicht alleine mit ihrer Forderung. Der Währungs-Ökonom Ronald McKinnon etwa hat schon mehrfach problematisiert, dass und wie die amerikanische Notenbank maßgeblich die Geldpolitik für die ganze Welt macht - weil der Dollar die Weltleitwährung ist.

          Er plädiert deswegen dafür, dass die Fed ihre traditionelle Linie der „höflichen Ignoranz“ (benign neglect) auflockert und ihre Geldpolitik nicht alleine an den Gegebenheiten innerhalb der Vereinigten Staaten ausrichtet. Das sei auch im Interesse Amerikas selbst.

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