https://www.faz.net/-gqe-7z9vp

Schweizer Notenbank : Hängt der Franken heimlich wieder am Euro?

  • Aktualisiert am

Mit dem Ende des offiziellen Mindestkurses gegenüber dem Euro hat die Schweizer Notenbank alle überrascht. Bild: Reuters

Offiziell hat die Schweizer Notenbank gerade den Mindestkurs des Franken zum Euro abgeschafft. Daraufhin schoss der Wert der Währung nach oben. Nun ist angeblich ein inoffizielles Kursziel geplant.

          Vollkommen überraschend schaffte die Schweizer Nationalbank SNB vor zwei Wochen die Bindung des Franken an den Euro ab. Darauf wertete die Währung der Eidgenossen sprunghaft um 20 Prozent auf, die Schweizer Wirtschaft und Gewerkschaften protestierten, weil sie darum fürchten, nun schwerer konkurrieren zu können auf den Weltmärkten. Notenbankchef Thomas Jordan sagte während der anschließenden Pressekonferenz auf Nachfrage aber auch, dass die Währungshüter weiter am Devisenmarkt eingreifen werden, wenn die Umstände dies erforderlich machten.

          Nun zeichnet sich womöglich ab, was das konkret bedeutet: Angeblich arbeitet die Notenbank an einer Art inoffiziellem Euro-Mindestkurs. Von einem Korridor von 1,05 bis 1,10 Franken je Euro sei die Rede, berichtet die Zeitung „Schweiz am Sonntag“ und beruft sich dabei auf Notenbank-Kreise. Dieses Wechselkursziel, das nicht nach außen kommuniziert werde, lasse sich die Nationalbank einiges kosten: Verluste von bis zu zehn Milliarden Franken dürften in Kauf genommen werden, zitierte das Blatt einen Insider. Ein SNB-Sprecher wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

          Zuletzt erholte sich der Kurs des Euro etwas, er steig bis auf 1,04 Franken und entfernte sich damit wieder von der Parität. Seit Tagen spekulierten Devisenhändler denn auch, dass die SNB wieder eingegriffen haben könnte. Dies auch deshalb, weil Notenbank-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine vor rund einer Woche gegenüber dem Züricher „Tages-Anzeiger“ bekräftigte, die Währungshüter seien bereit, auch nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses auf dem Devisenmarkt zu intervenieren.

          Weitere Themen

          Drohnen-Angriff sorgt für Ölpreis-Anstieg Video-Seite öffnen

          Saudi-Arabien : Drohnen-Angriff sorgt für Ölpreis-Anstieg

          Nach den Drohnenangriffen auf zwei Ölanlagen in Saudi-Arabien wird mit einem Anstieg der Ölpreise gerechnet. Die Angriffe verschärfen die angespannte Lage in der Golfregion und führten zum Einbruch der Ölproduktion in Saudi-Arabien.

          Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Klage von Hoteliers : Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Trump schädige ihr Geschäft, indem er Diplomaten nötige, in seinen Hotels abzusteigen, monieren Gaststättenbetreiber. Damit haben sie vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg errungen. Nun könnte der Surpreme Court den Fall an sich ziehen.

          Topmeldungen

          Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hinter dem ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord

          Details des Klimapakets : Wer hat’s erfunden?

          Kommenden Freitag soll das Klimapaket beschlossen werden. Um die entscheidenden Details wird bis zuletzt gerungen: Offen ist vor allem die Frage, wie viel die Tonne CO2 kosten soll.
          Der frühere türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu trat am Freitag mit fünf anderen Politikern aus der AKP aus.

          Austritte aus der AKP : Rebellion gegen Erdogan

          Einige prominente Politiker sind aus der türkischen Regierungspartei AKP ausgetreten, um ihre eigenen Bewegungen zu gründen. Für den türkischen Präsidenten Erdogan könnte es eng werden.
          Schild vor dem Trump Hotel in Washington, 21. Dezember 2016

          Klage von Hoteliers : Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Trump schädige ihr Geschäft, indem er Diplomaten nötige, in seinen Hotels abzusteigen, monieren Gaststättenbetreiber. Damit haben sie vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg errungen. Nun könnte der Surpreme Court den Fall an sich ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.